Eine Reisende lässt am Flughafen Hamburg einen Corona-Test machen.  | dpa

Bei Einreise nach Deutschland Testpflicht für Urlauber soll bleiben

Stand: 16.06.2021 18:11 Uhr

Die Gesundheitsminister der Länder wollen an der Testpflicht für Einreisende nach Deutschland festhalten - trotz sinkender Corona-Zahlen. Die Impfzentren sollen vorerst bestehen bleiben.

Trotz sinkender Corona-Zahlen sollen sich Auslandsurlauber vor ihrer Einreise nach Deutschland weiterhin auf eine Infektion mit dem Virus testen lassen müssen. Dafür haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern nach Beratungen in München ausgesprochen.

Mit Blick auf die Sommerurlaubszeit sollen die Vorgaben für Reiserückkehrer aus dem Ausland dafür bis mindestens Mitte September verlängert werden, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn nach der Gesundheitsministerkonferenz sagte.

Damit schlägt Deutschland einen strikteren Kurs ein, als jenen, auf den sich die EU-Mitglieder erst vor wenigen Tagen verständigt hatten. Wegen sinkender Corona-Fallzahlen hatten sich die EU-Länder darauf geeinigt, die Reisebedingungen schrittweise und koordiniert zu lockern.

Weiterhin Tests an Schulen

Neben der generellen Testpflicht sollen in Deutschland auch die Quarantäneregeln für Rückkehrer aus Risiko- und Hochinzidenzgebieten mit hohen Infektionszahlen sowie aus Gebieten mit neuen Virusvarianten bestehen bleiben. Im Straßen- und Bahnverkehr an den Grenzen soll es verstärkt Kontrollen geben.

Die Länder wollen zudem flächendeckende Schnelltests zwei Mal pro Woche in Schulen und Kitas aufrechterhalten. Bund und Länder sollen über den Sommer ein Konzept erarbeiten, um kostenlose Bürgertests gegebenenfalls auch im Herbst und Winter fortzusetzen. Firmen sollen verpflichtet werden, in Präsenz arbeitenden Mitarbeitern weiterhin zunächst bis Ende September regelmäßig ein Testangebot zu machen.

Impfzentren in Bereitschaft

Impfzentren sollen über den Sommer in Bereitschaft gehalten werden. Gewährleistet werden soll demnach ein Mindestbetrieb der Zentren. Bei Bedarf sollten sie auch schnell wieder hochgefahren werden. Der Bund sei weiter bereit, die Zentren mit zu finanzieren, sagte Spahn. Deren Finanzierung durch den Bund ist vorerst bis 30. September gesichert.

Laut dem bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) soll es künftig "Impfzentren 2.0" geben. In zwei Wochen soll ein Konzept vorgelegt werden, wie Impfzentren über die bisher geplante Schließung Ende September weiter geöffnet bleiben können, sagt Holetschek. Dabei geht es auch um die Frage, ab wann Nachimpfungen etwa bei Älteren nötig werden.

Pandemie-Folgen für Kinder sollen untersucht werden

Es sei davon auszugehen, dass der Impfbedarf ab September abnehme. Allerdings gebe es dann die Herausforderung der Auffrischung der bestehenden Impfungen - es könne dann ein Moment kommen, in dem die Impfkapazitäten wieder sehr schnell hochgefahren werden müssten.

Besonders in den Blick genommen werden sollen langfristige Folgen der Pandemie für Kinder und Jugendliche. Ersten Studien zufolge fühlten sich viele psychisch belastet, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek. "Kinder dürfen nicht durch Lockdown und Schutzmaßnahmen zu Corona-Verlierern werden."

Die Gesundheitsministerkonferenz bat den Bundestag daher, eine Enquetekommission "Kindergesundheit in Pandemiezeiten" einzurichten, die sich mit den schädlichen Folgen der Corona-Pandemie für die physische und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen auseinandersetzt. Aus dem Bericht sollten dann politische Maßnahmen abgeleitet werden. 

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 16. Juni 2021 um 17:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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Leuschi 16.06.2021 • 21:41 Uhr

Klarheit bitte ...

Also ich hätte gern erst einmal solide Informationen. Im gestrigen Beitrag "EU-Staaten lockern Reisebeschränkungen" (https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-reisebedingungen-101.html) heißt es: "Geimpfte und Genesene sollen zudem in der Regel gar keine Reisebeschränkungen zu befürchten haben." Gilt das auch noch nach den heutigen deutschen Sonderbeschlüssen? Wenn ja, müsste es in dem heutigen Beitrag nicht heißen "Die Gesundheitsminister der Länder wollen an der Testpflicht für Einreisende nach Deutschland festhalten - trotz sinkender Corona-Zahlen", sondern "- trotz/auch bei vorliegender vollständiger Impfung". Das wäre sachlich zwar ärgerlich (ich hoffe im Sinne aller vollständig Geimpften, dass es nicht so ist), ein solcher Bezug auf den vorherigen Sachstand wäre aber informativer für den Leser und journalistisch professioneller.