Ein Apotheken-Logo ist auf einer Schmutzfangmatte in einer Apotheke abgebildet.  | dpa

Forderung der Bundesländer Auch Apotheker und Zahnärzte sollen impfen

Stand: 29.11.2021 18:21 Uhr

Die Gesundheitsminister der Länder wollen, dass bald auch in Apotheken und Zahnarztpraxen gegen das Coronavirus geimpft wird. Sie bitten den Bund, dafür rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen.

Zur Beschleunigung der Corona-Impfungen in Deutschland sollen aus Sicht der Gesundheitsminister der Länder künftig auch Apotheken und Zahnärzte mit einbezogen werden. Der Bund sei gebeten, die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, sagte der Vorsitzende der Ressortchefs, Klaus Holetschek aus Bayern, nach einer Schaltkonferenz. Laut einem einstimmigen Beschluss der Länder könnte dies über eine zeitlich befristete Ausnahmegenehmigung ermöglicht werden - etwa ergänzend zu Regelungen, nach denen Apotheken in regionalen Modellprojekten bereits Grippeimpfungen anbieten können.

Bis zum Jahresende werden mehr als 20 Millionen Auffrischimpfungen ("Booster") angestrebt. Holetschek machte mit Blick auf Apotheken und Zahnärzte deutlich, dass eine Regelung für sie nicht von heute auf morgen umgesetzt werden könne. Auch für die Zukunft blieben Auffrischimpfungen aber wichtig.

Die Apotheken hatten bereits Unterstützung angeboten. Laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände gibt es derzeit 2600 Apotheker, die Impfschulungen für regionale Pilotprojekte zur Grippeimpfung gemacht haben. Sie wären demnach am schnellsten einsatzfähig.

Zweitstärkste Impfwoche gegen Corona in Arztpraxen

Unterdessen ziehen die Corona-Impfungen in Arztpraxen stark an. Wie das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung mitteilte, war die vergangene Woche die zweitstärkste Impfwoche aller Zeiten in deutschen Praxen - es seien weit mehr als 3,1 Millionen Corona-Impfungen verabreicht worden. Demnach wurde diese Zahl lediglich in der 23. Kalenderwoche im Juni dieses Jahres übertroffen, als die niedergelassenen Ärzte rund 3,38 Millionen Menschen gegen Covid-19 geimpft hatten.

Auf die Hausarztpraxen entfielen in der Vorwoche rund drei Viertel der bundesweit insgesamt rund 4,2 Millionen Corona-Impfungen. Insgesamt wurden den Angaben zufolge dabei 3,28 Millionen Menschen geboostert, davon 2,55 Millionen in den Praxen. Damit machten die Drittimpfungen etwa 80 Prozent aller Covid-19-Impfungen aus. Seit Anfang November gebe es aber auch einen "stetigen Anstieg" bei den Erstimpfungen, so das Zentralinstitut.

Künftig sollen weitere öffentliche Angebote hinzukommen. Das Robert Koch-Institut (RKI) wirbt für zusätzliche Impfkapazitäten auch angesichts von Rückmeldungen aus überlasteten Hausarztpraxen. Wenn es standesrechtliche Beschränkungen gebe, sollte man diese temporär aufheben. Auffrischimpfungen könnten zeitweise auch außerhalb von Praxen gemacht werden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. November 2021 um 18:00 Uhr in den Nachrichten.