Zahlreiche Menschen sitzen in einer Halle in Hanau und warten auf ihre Impfung. | dpa

Gesundheitsminister-Treffen Kommen Lockerungen für Geboosterte?

Stand: 14.12.2021 07:38 Uhr

Die Gesundheitsminister der Länder beraten, ob die Testpflicht für Menschen mit Booster-Impfungen bei 2G plus entfallen kann. Manche Länder verfahren schon so. Gesundheitsminister Lauterbach unterstützt das.

In der Corona-Krise wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern über einheitliche Erleichterungen für Geimpfte beraten, die eine Auffrischungsdosis bekommen haben. Bundesminister Karl Lauterbach hatte sich dafür ausgesprochen, dass für sie bei Zugangsregeln nach dem Modell 2G plus der vorgesehene zusätzliche Test entfallen kann - auch als Anreiz dafür, sich boostern zu lassen.

Mehrere Länder haben Regel bereits

In mehreren Ländern sind Geboosterte bereits von der Testpflicht bei 2G plus ausgenommen - so in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Baden-Württemberg und im Saarland. In Baden-Württemberg und in Thüringen etwa gilt dies auch für Menschen, deren zweite Impfung weniger als sechs Monate zurückliegt, und für Genesene, deren Covid-19-Erkrankung nicht länger als sechs Monate her ist.

Lauterbach hatte vor den Minister-Beratungen einen Vorschlag dazu angekündigt, dass Geboosterte bei Zugangsregeln nach dem Modell 2G plus vom vorgesehenen zusätzlichen Test befreit sein sollen. Geimpfte mit Auffrischimpfungen noch zum Testen zu schicken, sei medizinisch nicht sinnvoll, sagte er der ARD. Zudem könne ein Ende der Testpflicht ein Anreiz sein, sich boostern zu lassen.

Aschenberg-Dugnus: "Zusätzlicher Anreiz"

Ähnlich äußerte sich auch die FDP-Gesundheitsexpertin Christine Aschenberg-Dugnus. Der Nachrichtenagentur dpa sagte sie: "Man hat auch mit einer Drittimpfung natürlich keinen hundertprozentigen Schutz. Aber selbst wenn ein Impfdurchbruch kommen sollte, ist man gut vor einem schweren Verlauf geschützt." Erleichterungen bei den Testauflagen könnten "ein zusätzlicher Anreiz für mehr Impfungen sein", sagte sie.

Vor Lockerungen für Geboosterte warnte dagegen die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), Ute Teichert. Solch ein Schritt sei verfrüht, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Es wäre klüger, abzuwarten, wie sich die Pandemie in den kommenden Wochen entwickelt."

Bei der Impfkampagne insgesamt setzt die Regierung weiter auf hohes Tempo, um mehr Impfungen zu erreichen. Dies liegt auch an der sich ausbreitenden Corona-Variante Omikron.

Dahmen für frühere Booster-Impfung

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen mahnte eine umfassende Vorbereitung auf diese Variante an. In der "Rheinischen Post" forderte er drei Schritte: eine deutliche Verkürzung des Abstands zwischen zweiter und dritter Impfung und ein Ablaufdatum für Impfzertifikate, "um den medizinischen Erkenntnissen zur Verringerung des Schutzes gegen eine Infektion Rechnung zu tragen".

Drittens müsse die Einreiseverordnung so angepasst werden, dass eine Einreise aus einem Hochrisikogebiet nur mit einem maximal 24 Stunden alten PCR-Test möglich sei.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. Dezember 2021 um 13:05 Uhr in den Nachrichten.