Georg Bätzing | dpa

Deutsche Bischofskonferenz Auch Bätzing für Ende des Pflichtzölibats

Stand: 03.02.2022 15:14 Uhr

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bätzing, hat sich ebenfalls dafür ausgesprochen, Priestern das Heiraten zu erlauben. Zuvor hatte sich der Münchener Kardinal Marx für einen solchen Schritt stark gemacht.

Nach dem Münchner Kardinal Reinhard Marx hat sich auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing dafür ausgesprochen, Priestern das Heiraten zu erlauben.

Er sei nicht gegen den Zölibat, sagte Bätzing während einer Pressekonferenz zum Auftakt der dritten Synodalversammlung der katholischen Kirche in Frankfurt/Main. Er sei aber dafür, dass es den Priestern freigestellt werde, ob sie ehelos leben wollten.

"Ehelosigkeit nicht die einzige Form der Jesus-Nachfolge"

"Die Ehelosigkeit der Priester ist eine biblisch bezeugte Form der Jesus-Nachfolge, und das ist ein großer Schatz, und ich lebe diese Form gerne und hoffe, überzeugend", sagte Bätzing. "Aber es ist nicht die einzige Form - in der katholischen Kirche eh schon nicht. Die katholischen Kirchen des Ostens haben verheiratete Priester, und das war immer meine Überzeugung: Ich kann nicht sehen, dass nicht die Ehe und das Priesteramt eine gemeinsame Bereicherung für diesen Dienst und für das gemeinsame Leben von Eheleuten geben könnte."

Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Irme Stetter-Karp, sagte, eine freie Entscheidung eines Menschen auf dem Weg zum Priesterberuf sei die beste Grundlage dafür. Sie sei überzeugt davon, dass es wunderbare Priester in der Kirche gebe, die entschieden zölibatär lebten. "Es geht nicht um ein Entweder-oder, sondern um ein Sowohl-als-auch." Stetter-Karp sagte, sie sei selbst seit 40 Jahren mit einem Mann verheiratet, der Priester werden wollte und ein guter Krankenhausseelsorger geworden sei.

Marx hatte der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, es wäre besser für alle, die Möglichkeit für zölibatäre und verheiratete Priester zu schaffen. "Bei manchen Priestern wäre es besser, sie wären verheiratet. Nicht nur aus sexuellen Gründen, sondern weil es für ihr Leben besser wäre und sie nicht einsam wären."

Über dieses Thema berichtete BR24 am 02. Februar 2022 um 19:45 Uhr in den Nachrichten.