Ein Techniker bewegt die Uhrzeiger einer 500 kg schweren Uhr mit einem Durchmesser von mehr als 3,5 Metern, USA | dpa

Uhr vorgestellt Und wieder grüßt die Zeitumstellung

Stand: 28.03.2021 03:05 Uhr

Die Zeitumstellung sollte eigentlich längst Geschichte sein. Doch weil die 27 EU-Staaten sich nicht einigen können, hieß es in der Nacht wieder: Es wird an der Uhr gedreht. Die Kritik an der Zeitumstellung reißt aber nicht ab.

Es war wieder soweit: In der Nacht wurde an der Uhr gedreht - eine Stunde vor, von 2.00 auf 3.00 Uhr. Nun gilt bis Ende Oktober wieder die Sommerzeit. Praktisch bedeutet das eine Stunde weniger Schlaf, dafür bleibt es abends eine Stunde länger hell.

Auch in den meisten anderen europäischen Ländern werden am Wochenende die Uhren umgestellt. Island ist eine Ausnahme.

In der EU sollte das halbjährliche Ritual jedoch schon länger Geschichte sein. Bereits 2018 hatte der damalige EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker verkündet: "Die Zeitumstellung gehört abgeschafft." Damals votierten auch 84 Prozent in einer Online-Umfrage dafür. In Deutschland gilt die Zustimmung als besonders groß. Erst war davon die Rede, 2019 zum letzten Mal in der Zeit zu springen, dann hieß es 2021 soll Schluss sein mit dem Am-Zeiger-Drehen.

Was soll denn nun dauerhaft gelten?

Passiert ist seitdem allerdings nicht viel. Der Ball liege bei den 27 Mitgliedstaaten, heißt es von der Europäischen Kommission. Diese müssen sich einigen und klären, ob sie dauerhaft Sommer- oder Normalzeit wollen. Bislang haben die Regierungen im Rat der EU aber keine gemeinsame Position gefunden.

Politiker im deutschen Bundestag werden langsam ungeduldig: Für die Linke-Bundestagsfraktion erklärte der umweltpolitische Sprecher Ralph Lenkert, die Zeitumstellung gehöre "aus Gesundheits- und aus Tierschutzgründen" endlich abgeschafft. "Dass es die Europäische Union nicht einmal schafft, sich bei diesem Thema zügig zu einigen, zeigt die Schwerfälligkeit der EU", sagte Lenkert.

Einen Flickenteppich verhindern

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer sprach im "Handelsblatt" von einem "unnötigen Eingriff in das Leben der Menschen". Es sei ihm letztlich egal, ob dauerhaft Sommer- oder Normalzeit gelte. "Zentral wäre es, dass die Bundesregierung im Gespräch mit den uns umgebenden Freunden und Partnern einen Flickenteppich verhindert."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. März 2021 um 17:50 Uhr.