Blick über die Moselschleife am Bremmer Calmont. | dpa
Überblick

Pläne der Bundesländer Urlaub in Deutschland - was geht wo?

Stand: 07.05.2021 19:35 Uhr

Ab Sonntag gelten Lockerungen für Geimpfte und Genesene auch bundesweit. Mehrere Bundesländer gehen aber schon wieder weiter: Sie machen Urlaubspläne. Ein Überblick.

Mehrere Bundesländer haben eine vorsichtige Öffnung für Touristen angekündigt. Damit wagen sie den nächsten Schritt Richtung mehr Normalität. Mit Lockerungen für vollständig Geimpfte und nachweislich Genesene waren viele bereits vorgeprescht, bundesweit gelten diese Erleichterungen ab Sonntag.

Mit ihren Plänen für die Öffnung von Hotels oder Campingplätzen schreiten mehrere Länder weiter voran. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der derzeit Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, forderte eine bundesweite Absprache über Urlaubsmöglichkeiten in den Sommerferien. Bislang sieht es aber nicht danach aus.

Was wo geplant ist - eine Übersicht:

Bayern

Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze in Kreisen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 sollen ab Freitag, 21. Mai, öffnen dürfen. Hier wäre also ein Pfingsturlaub möglich.

Die konkreten Auflagen für Öffnungen sollen bis zur kommenden Woche von den Ministerien erarbeitet werden. Sollten die Corona-Zahlen regional wieder steigen, müssten die Öffnungen auch wieder zurückgenommen werden. Öffnungsmöglichkeiten soll es auch für spezielle touristische Infrastrukturen geben - also etwa Seilbahnen.

Zudem dürfen in diesen Landkreisen ab Montag, 10. Mai, Theater, Konzert- und Opernhäuser sowie Kinos unter Auflagen öffnen. Auch die Außengastronomie, wie Biergärten, gehören dazu. Um 22 Uhr ist Sperrstunde.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz lockert ab Mittwoch die Corona-Regeln in Kreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Inzidenz unter 100. Der Handel könnte dann wieder öffnen. Zudem soll die Vermietung von Ferienwohnungen und die Übernachtung in Wohnmobilen mit eigenen sanitären Anlagen dann wieder möglich sein. "Das Licht am Ende des Tunnels wird jeden Tag heller", sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Mecklenburg-Vorpommern

Wer einen mehrtägigen Urlaub an der Ostsee oder der Seenplatte machen will, braucht noch etwas Geduld. Touristische Übernachtungen in Hotels, Pensionen oder Campingplätzen bleiben in Mecklenburg-Vorpommern untersagt.

Allerdings erlaubt das Bundesland vollständig geimpften Tagesausflüglern und Zweitwohnungsbesitzern aus anderen Bundesländern wieder die Einreise. Dies gilt auch für Genesene, wenn sie zudem einmal geimpft sind. Die Regeln gelten seit Mittwoch.

Welche weiteren Lockerungen zu erwarten sind, ist unklar. Mecklenburg-Vorpommern hat dazu noch keine Pläne vorgestellt. Bis zum 22. Mai gilt die Landesverordnung. Die wolle man sich etwa eine Woche vorher anschauen und dann entscheiden, kündigte Gesundheitsminister Harry Glawe an. Die Landesregierung hat mit Blick auf Tourismus und Gastronomie bisher eine Sieben-Tage-Inzidenz um 50 vorgegeben. Dann könnten Modellregionen ähnlich wie in Schleswig-Holstein eingeführt werden.

Niedersachsen

Auch Niedersachsen will langsam öffnen - doch zunächst nur für Einwohner des Bundeslandes. Ab Anfang kommender Woche sind in Gebieten mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 touristische Übernachtungen wieder möglich. Urlauber können dann in Hotels, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen einchecken - vorausgesetzt sie können negative Schnelltests oder eine Impfung nachweisen.

Eine Öffnung für auswärtige Gäste soll aber erst in die nachfolgende Corona-Verordnung des Landes eingearbeitet werden, die vom 31. Mai an greift.

Außer im Tourismus plant Niedersachsen ab Montag Lockerungen auch für Handel und Gastronomie in Regionen, in denen die Inzidenz unter der Marke von 100 liegt. Dort soll der Einzelhandel unter Auflagen wieder öffnen können, Gastronomie und Tourismus sollen in Etappen und unter Einschränkungen wieder anlaufen können. Die Einzelheiten befinden sich noch in der Abstimmung.

Schleswig-Holstein

Das Bundesland registriert derzeit die niedrigsten Inzidenzwerte. Geimpfte, Genesene und Getestete dürfen vom 17. Mai an unter strengen Vorgaben landesweit Gaststätten besuchen und in Beherbergungsbetrieben übernachten. Vorausgesetzt: Die Inzidenz bleibt weiter stabil. Übernachtungsgäste müssen unter anderem bei der Anreise einen negativen Coronatest vorlegen und diesen regelmäßig alle 48 Stunden wiederholen, sofern sie nicht bereits geimpft oder genesen sind. Gleiches gilt für den Besuch von Gaststätten, die auch innen öffnen dürfen. Die üblichen Kontaktregeln gelten ebenfalls.

Erste Modellprojekte in Schleswig-Holstein für die Rückkehr des Tourismus laufen bereits, etwa in der Schlei-Region, Eckernförde und Nordfriesland mit den Inseln und Halligen. Hier sind eine Vielzahl an Ferienwohnungen, Hotels und Campingplätzen geöffnet. Die Gäste werden alle mehrfach getestet.

Unter strengen Auflagen wird der Tourismus dort wieder hochgefahren - aber alles unter dem Vorbehalt, dass die Infektionen nicht stark zunehmen. Übersteigt die Sieben-Tage-Inzidenz die 100 über drei Tage hinweg oder wird ein diffuses Ausbruchsgeschehen verzeichnet, werden die Öffnungen hinfällig.

Touristen in Nordfriesland müssen sich alle 48 Stunden testen lassen. Wer innen in Restaurants Platz nehmen will, muss ein maximal 24 Stunden altes, negatives Testergebnis vorweisen. Die Tests sollen für die Gäste kostenlos sein.

Auch mehrere Ostsee-Ferienorte an der Lübecker Bucht dürfen von diesem Samstag an wieder Touristen begrüßen. Der Kreis Ostholstein gab grünes Licht für den Beginn eines Modellprojekts in Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Sierksdorf und Neustadt. Rund 300 Betriebe hatten ihre Bereitschaft zur Teilnahme erklärt. Ein weiteres Modellprojekt soll am Montag in Büsum starten.

Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt ermöglicht in Kreisen mit relativ wenigen Corona-Infektionen Öffnungen in den Bereichen Gastronomie, Einzelhandel, Kultur und Tourismus. Dort sollen auch Modellprojekte wieder erlaubt werden. Die Lockerungen der Landesverordnung greifen zwei Tage, nachdem der Wert an fünf aufeinander folgenden Werktagen unter 100 gelegen hat. Magdeburg unterschritt die Marke am Freitag als einziger Kreis im Land am fünften Werktag in Folge. Steigt der Wert am Wochenende nicht wieder über 100, könnte die Landeshauptstadt ab Sonntag erste Öffnungen erlauben. Der Rest des Landes muss sich noch gedulden. Außer in Magdeburg lag der Wert am Freitag einzig im Landkreis Börde unter 100, allerdings erst den zweiten Werktag hintereinander.

Brandenburg

In Brandenburg hat sich der Koalitionsausschuss auf Lockerungen der Corona-Maßnahmen geeinigt. Ab Pfingsten soll dann die Außengastronomie wieder öffnen. Doch die Details sind noch unklar. "Die Öffnungsschritte können zum Beispiel Gastronomie, Kultur, Sport und Tourismus unter freiem Himmel betreffen," teilte Regierungssprecher Florian Engels mit. Die Corona-Eindämmungsverordnung soll am Dienstag aktualisiert werden. "Die Werte sind bisher noch zu hoch, um Öffnungen bereits für Christi Himmelfahrt, also dem Donnerstag nächster Woche, vorzunehmen."

Das Kabinett will am Dienstag nächster Woche darüber beraten.

Sachsen und Thüringen

Die beiden Bundesländer bleiben die negativen Spitzenreiter bei den Sieben-Tage-Inzidenz-Werten. In Thüringen lag sie am Freitag bei 198, in Sachsen bei 184.

Thüringen ermöglicht aber bei stabilen Werten unter 100 Besuche im Biergarten und bestimmte Formen des Tourismus wieder. Automatische Öffnungsschritte sind unter anderem im Bereich der Außengastronomie, Camping, der Buchung von Ferienhäusern und der körpernahen Dienstleistungen vorgesehen.

Auch in Sachsen könnte ab Montag Außengastronomie in bestimmten Regionen bei guten Werten öffnen. Lockerungen für die Tourismusbranche sind ebenso vorgesehen - vorausgesetzt die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in einer Region fünf Werktage lang unter 100. Auf Campingplätzen und in Ferienwohnungen soll dann wieder Urlaub möglich sein, ab einer Inzidenz unter 50 auch in Pensionen und Hotels. Bei höheren Infektionszahlen greift weiterhin die sogenannte Bundes-Notbremse durch das Infektionsschutzgesetz.

Hamburg

Hamburg hat nach Schleswig-Holstein die niedrigsten Neuinfektionsraten. Nun soll die nächtliche Ausgangsbeschränkung fallen. Bürgermeister Peter Tschentscher kündigte an, dass die Maßnahme zurückgenommen werde, sobald die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen an fünf Werktagen stabil unter 100 bleibe. Am Freitag lag Hamburg mit 92,3 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche den dritten Tag infolge unter diesem Wert. Die Lockerung könnte so am 12. Mai in Kraft treten.

Zudem sollen die Kitas am 17. Mai vom erweiterten Notbetrieb wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb wechseln. Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen sollen vom 17. Mai an im Wechselunterricht in die Schule dürfen. Allerdings: Touristen müssen sich weiter gedulden. Den Hamburger Hafengeburtstag gibt es derzeit nur virtuell - als Online-Veranstaltung. Ab 17. Mai könnten aber etwa unter Auflagen Museen öffnen.

Nordrhein-Westfalen

Als erste Städte in NRW öffnen Soest und Lippstadt im Rahmen von Corona-Modellprojekten ihre Außengastronomie. Restaurants und Cafés in den Innenstädten können ab kommendem Mittwoch wieder besucht werden - unter strengen Auflagen. In Düsseldorf soll von diesem Samstag an wieder das Shoppen in Läden mit Termin möglich sein ("Click & Meet"). Das geht laut Stadt aus einer neuen Allgemeinverfügung des Landes hervor. Kunden müssen allerdings einen negativen Corona-Test, einen Impfpass oder einen Nachweis über eine überstandene Infektion vorzeigen.

Hessen

In Hessen wurde eine Entscheidung über Lockerungen auf nächste Woche vertagt. Die Gastronomie hofft auf Lockerungen.

Saarland

Im Saarland sind keine weiteren Öffnungsschritte angekündigt. Das Bundesland will aber dann, wenn die "Bundesnotbremse" nicht mehr greift, wieder das Saarlandmodell - also Öffnungen mit Tests ermöglichen, hieß es bisher. Immerhin: Die Corona-Testpflicht an der Grenze zwischen dem Saarland und dem französischen Département Moselle soll es ab Donnerstag kommender Woche nicht mehr geben.

Bremen

In Bremen wurden noch keine Öffnungspläne konkretisiert. Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz hält aber Lockerungsbeschlüsse ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 auch im Bundesland Bremen für sinnvoll. "Noch liegen unsere Inzidenzzahlen über 100, allerdings mit sinkender Tendenz", sagte er. Es sei wichtig, sich jetzt schon verlässlich auf Öffnungsperspektiven einzustimmen.

Berlin

In Berlin gibt es noch keine angekündigte Lockerungen im Tourismus. Wenn alles gut laufe, sollten touristische Angebote aber auch in Berlin zum Sommer hin wieder eine Rolle spielen, so der Regierende Bürgermeister Müller. Zu Pfingsten könnte zumindest die Außengastronomie öffnen. Am Freitag sank zum ersten Mal seit längerer Zeit die Sieben-Tage-Inzidenz in Berlin wieder unter die Marke von 100.

Baden-Württemberg

Auch in Baden-Württemberg deuten sich Lockerungen an. Ministerpräsident Winfried Kretschmann verwies auf die schwierige Situation der Gastronomie. Bei den Gastronomen herrsche Alarmstufe Rot, weil ihnen das Personal abhanden komme. Damit die Auflagen gelockert werden können, müssten die Corona-Infektionszahlen an mehreren nacheinander folgenden Tagen niedrig sein, so Kretschmann. Noch liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in dem Bundesland aber bei rund 155.

Allerdings mahnte Kretschmann zuletzt auch auch zu Vorsicht. Es sei zu früh, wegen der leicht sinkenden Zahlen von einer Trendwende zu sprechen, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. Reisen gehöre zu den "ganz problematischen Dingen, weil das Virus ja verbreitet wird durch Reisen." Daher sei hier große Vorsicht geboten.

Die Landesregierung will nächste Woche entscheiden.

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KOMMENTARE

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01548616671439565158 05.05.2021 • 23:27 Uhr

@ Nachfragerin

"Erstens sind die negativ Getesteten die unsicherste Gruppe." > Wo ordnen Sie die positiv oder gar nicht Getesteten ein? Nirgends. Sie kommen ohne Test oder mit positivem Test ja gar nicht zum Friseur oder zur Kosmetikerin.