Liegende Stühle während des Lockdowns | dpa
Überblick

Corona-Regeln Was ist Ostern eigentlich erlaubt?

Stand: 01.04.2021 20:03 Uhr

Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen - aber auch Lockerungen: Die Corona-Maßnahmen an den Ostertagen unterscheiden sich von Region zu Region zum Teil erheblich. Ein Überblick über die wichtigsten Regeln.

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg sind Treffen von zwei Haushalten mit bis zu fünf Personen auch in Gegenden mit einer Inzidenz über 100 wieder erlaubt. Zuletzt griff in mehreren Regionen die Notbremse. Tübingen testet, ob mehr Öffnungsschritte mit möglichst flächendeckendem Testen umsetzbar sind. Weitere Modellprojekte nach Tübinger Vorbild wurden aber wegen der steigenden Corona-Zahlen zunächst auf Eis gelegt. Nach SWR-Informationen will die Landesregierung darauf hinwirken, dass Landkreise und Städte bei Inzidenzen deutlich über 100 auch nächtliche Ausgangssperren verhängen.

Bayern

Viele Landkreise und kreisfreie Städte haben den Inzidenzwert von 100 überschritten. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 sind Treffen nur mit einer einzigen weiteren Person erlaubt - nicht mitgezählt werden Kinder bis 14 Jahren. Der Einzelhandel muss dann schließen, ausgenommen die Geschäfte des täglichen Bedarfs. In München rücken schärfere Corona-Bestimmungen näher.

Berlin

Der Berliner Senat hat sich auf schärfere Kontaktbeschränkungen ab Karfreitag geeinigt. Bewohner dürfen sich zwischen 21 und 5 Uhr nur noch alleine oder zu zweit draußen aufhalten. Tagsüber bleibt es über Ostern bei den bisherigen Regelungen mit maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten.

Brandenburg

In Brandenburg gelten über Ostern in allen Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 zwischen 22 und 5 Uhr nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Der Einzelhandel ist in allen Landkreisen über einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 auch an diesem Samstag geschlossen. Gleichzeitig werden über Ostern die Regelungen für private Treffen gelockert. Unabhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz sind Zusammenkünfte mit den Angehörigen von zwei Haushalten erlaubt, insgesamt dürfen sich jedoch nur höchstens fünf Menschen treffen. Nach Ostern sind nur Treffen mit einer haushaltsfremden Person erlaubt.

Bremen

An den Ostertagen sind nur Treffen mit dem eigenen Haushalt und einem weiteren Haushalt erlaubt. Insgesamt dürfen sich maximal fünf Menschen drinnen oder draußen treffen. In Bremerhaven sind Zusammenkünfte auf die Angehörigen eines Hausstandes mit nur einer Person aus einem zweiten Hausstand beschränkt. Außerdem gilt dort bis zum 18. April eine nächtliche Ausgangssperre ab 21 Uhr.

Hamburg

In Hamburg sind private Zusammenkünfte auf den eigenen Hausstand und maximal eine weitere Person begrenzt, wobei Kinder unter 14 Jahren nicht mitgezählt werden. Ab Karfreitag, 21 Uhr, soll in Hamburg eine nächtliche Ausgangsbeschränkung gelten. Auch die Kioske müssen dann schließen, Tankstellen dürfen offen bleiben. Auf die Straße darf bis 5 Uhr morgens nur, wer einen triftigen Grund vorweisen kann.

Hessen

Auch in Hessen gelten teils verschärfte Corona-Regeln. Beim Einkaufen wurde Terminshopping durch "Click & Collect", also Onlinekauf mit späterer Abholung, ersetzt. Buchläden, Garten- oder Baumärkte bleiben inzidenzunabhängig offen. Für private Treffen gilt die übliche Regel: Zwei Hausstände bis maximal fünf Personen dürfen zusammenkommen.

Mecklenburg-Vorpommern

Zu Ostern dürfen sich maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen. Wenn die Corona-Infektionen lokal nicht begrenzt sind, sollen in Gebieten mit einer Inzidenz über 100 nachts Ausgangsbeschränkungen eingeführt werden. Im Nordosten ist der Friseurbesuch nur mit negativem Corona-Schnelltest möglich. Nach Ostern werden die Regeln beim Einkaufen verschärft, ein negativer Test ist dann beim Shoppen Pflicht - ausgenommen sind beispielsweise Lebensmittelgeschäfte oder Apotheken. Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt über die Osterfeiertage ihre Kontrollen - und will so einen Touristenansturm verhindern.

Niedersachsen

Etliche Kommunen, Landkreise und mit der Region Hannover auch der größte Ballungsraum des Landes haben nächtliche Ausgangssperren erlassen. Landesweit gilt von Karfreitag bis Ostermontag ein Ansammlungsverbot. Von Donnerstagnacht an gilt die Ausgangsbeschränkung in der Region Hannover. Die Menschen dürfen dann von 22 Uhr bis 5 Uhr nur mit triftigem Grund ihre Wohnungen verlassen. Liegt die Inzidenz über 100, dürfen die Mitglieder eines Haushalts nur mit einer weiteren Person sowie den zugehörigen Kindern bis zu einem Alter von sechs Jahren zusammenkommen.

Touristische Übernachtungen sind auch zu Ostern verboten. Einige Ostfriesische Inseln kündigten Kontrollen durch ihre Ordnungsbehörden an.

Nordrhein-Westfalen

Für Ostern hat die Regierung die "Notbremse" ein wenig gelockert. Auch in Regionen mit Inzidenzen über 100 können zwei Haushalte mit maximal fünf Personen zusammenkommen. Mehr als 30 Kreise und kreisfreie Städte mit Inzidenzen, die drei Tage in Folge über 100 lagen, haben sich gegen die Schließung von Läden für den nicht-täglichen Bedarf entschieden. Allerdings muss ein negativer Schnelltest vorgezeigt werden. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann lehnte landesweite Ausgangsbeschränkungen ab. "Wir müssen auch an die Leute denken, die in kleinen Mietswohnungen mit vielen Leuten leben", sagte er dem WDR. In NRW gab es bisher nur in einzelnen Kreisen oder Städten zeitweise nächtliche Ausgangsbeschränkungen bei hohen Inzidenzwerten.

Rheinland-Pfalz

Private Treffen mit dem eigenen und einem weiteren Haushalt sind möglich, jedoch auf maximal fünf Personen beschränkt. In Kommunen mit einer Inzidenz unter 100 ist die Außengastronomie mit Schnelltest, Reservierung und Kontaktnachverfolgung ebenso erlaubt wie erweitertes Terminshopping. In Kommunen mit Werten über 100 gilt die Notbremse. Die genaue Ausgestaltung liegt bei den Kommunen. In mehreren Landkreisen wurde eine nächtliche Ausgangssperre erlassen.

In Rheinland-Pfalz soll aber auch bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 Einkaufen möglich sein. Buchhandlungen, Baumärkte, Blumengeschäfte, Gärtnereien und Gartenbaumärkte dürfen dann im Rahmen des Einzel-Terminshoppings öffnen, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Saarland

Das Land sorgt mit Plänen für angedachte Lockerungen nach Ostern bundesweit für Diskussionen. Bis dahin gelten die üblichen Kontaktbeschränkungen. Der Einzelhandel und Friseure haben unter Auflagen geöffnet, ebenso Zoos und Bibliotheken. Bei Museen, Galerien und Gedenkstätten muss ein Termin gebucht werden.

Ministerpräsident Tobias Hans schloss zuletzt aber eine Verzögerung der geplanten Corona-Lockerungen nicht mehr aus. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich zuvor kritisch über die Pläne geäußert.

Sachsen

Die bisher üblichen Kontaktregeln sollen über Ostern bestehen bleiben, hier werden Kinder unter 15 nicht mitgezählt. Buchläden, Baumärkte, Baumschulen, Gartenmärkte und Blumengeschäfte dürfen mit Auflagen öffnen. Bei einer Inzidenz über 100 an drei Tagen in Serie folgen Verschärfungen, zum Beispiel wird dann "Click & Meet" nicht mehr möglich sein. Landkreise und kreisfreie Städte können ab 6. April Lockerungen zulassen, wenn Kunden und Besucher ein tagesaktuelles negatives Testergebnis vorlegen und die maximale Anzahl von 1300 Corona-Patienten auf den Normalstationen sächsischer Krankenhäuser nicht überschritten wird.

Sachsen-Anhalt

Für die Feiertage gelten die Kontaktregeln wie bisher. In Landkreisen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 sind Treffen mit bis zu fünf Menschen, die nicht zum eigenen Hausstand gehören, erlaubt. Beträgt die Inzidenz drei Tage lang mehr als 100, darf nur ein Gast zu Besuch kommen. Supermärkte, haben außerhalb der Feiertage offen, bei weiteren Einzelhändlern kann nach Terminbuchung eingeschränkt eingekauft werden.

Schleswig-Holstein

Je nach Infektionsgeschehen dürfen sich in Kreisen oder kreisfreien Städten mit Inzidenzen über 100 nur noch ein Haushalt und eine weitere Person öffentlich oder im Privaten treffen. Kinder unter 14 Jahren zählen üblicherweise nicht mit. Einkaufen ist abhängig vom Inzidenzwert unterschiedlich möglich. Die Geschäfte bleiben bei einer kreisweiten Inzidenz von unter 50 unter Auflagen geöffnet.

Thüringen

Die neue Corona-Verordnung sieht zum Teil Lockerungen vor. So dürfen sich über die Feiertage bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten treffen. Kinder unter 14 Jahren zählen dabei nicht mit. Außerdem sieht die Verordnung Lockerungen für den Einzelhandel vor. Ab 12. April dürfen Geschäfte und Läden für Einkäufe mit Termin öffnen, wenn die landesweite Inzidenz eine Woche lang unter 200 gelegen hat. Am Donnerstag lag sie bei 254.

Quellen: dpa/ LRA

Über dieses Thema berichtete WDR5 im "Mittagsecho" am 01. April 2021 um 13:04 Uhr.