Eine Mitarbeiterin trägt einen Aufsteller mit dem Hinweis auf die 2G-Regel durch den Zuschauerraum des Berliner Ensemble. | picture alliance/dpa/dpa-Zentral

Theater in Corona-Zeiten 86 Prozent weniger Zuschauer

Stand: 29.07.2022 16:33 Uhr

Die deutschsprachigen Theater haben extrem unter den Beschränkungen in der Corona-Pandemie gelitten. Neue Zahlen belegen, wie gravierend die Lockdowns für die Kulturbranche waren.

Während der Corona-Pandemie ist die Zahl der Aufführungen und der Besucherinnen und Besucher an den deutschsprachigen Bühnen drastisch eingebrochen. Dies zeigt eine neue Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins für die Spielzeit 2020/21. Verglichen mit der letzten Corona-freien Saison 2018/19 sei die Zahl der Zuschauer um 86 Prozent zurückgegangen, die der Aufführungen um 70 Prozent, teilte der Bühnenverein mit.

"Die vorliegende Werkstatistik zeigt einmal mehr die dramatischen Auswirkungen der pandemiebedingten Lockdowns," sagte die Geschäftsführende Direktorin des Bühnenvereins, Claudia Schmitz. Die Kulturbranche hatte in besonderer Weise unter der Pandemie gelitten: Lange Zeit durften gar keine Aufführungen stattfinden, dann nur mit maximal 50 Prozent Auslastung.

"Die Zauberflöte" war beliebtestes Musiktheater

Insgesamt wurden in der vergangenen Saison darum nur noch rund 2,54 Millionen Theaterbesuche bei etwa 22.700 Aufführungen gemeldet. Der deutsche Bühnenverein hat für diese Zahlen die Daten von 427 Theatern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgewertet. Insgesamt vereinigt der deutsche Bühnenverein 517 Theater, Sinfonieorchester und Landesbühnen unter seinem Dach.

Schmitz glaubt trotzdem daran, dass sich die Branche erholen kann: "Jetzt ist es die Aufgabe der Bühnen, ihren Platz in der Gesellschaft zurückzuerobern und die so dringend benötigten künstlerischen Impulse für unser Leben zu geben."

Das beliebteste Musiktheater-Werk der abgelaufenen Spielzeit war die Mozart-Oper "Die Zauberflöte" mit 111 Aufführungen, gefolgt von "Der Barbier von Sevilla" von Gioachino Rossini. Im Sprechtheater lag die Komödie "Extrawurst" von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob, über Integration und strukturellen Rassismus, mit 224 Aufführungen vorn. Auf dem zweiten Platz folgte "Gott" von Ferdinand von Schirach.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. Juli 2022 um 10:55 Uhr.