Eine Frau in Baden-Württemberg wird von einer Ärztin gegen das Coronavirus geimpft. | dpa

Neue RKI-Erkenntnisse Mehr Freiheit für Geimpfte möglich

Stand: 04.04.2021 12:35 Uhr

Menschen, die beide Corona-Impfdosen erhalten haben, sind nach neuesten RKI-Erkenntnissen nicht mehr infektiös. Laut Gesundheitsminister Spahn ergeben sich dadurch Freiheiten.

Das Robert Koch-Institut geht nach neuen Erkenntnissen davon aus, dass vollständig gegen Corona Geimpfte das Virus nicht mehr übertragen können. Nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) können Menschen, die zweimal die Immunisierung durch ein Vakzin erhalten haben, in den kommenden Wochen bestimmte Freiheiten zurückbekommen. "Wer geimpft ist, kann ohne weiteren Test ins Geschäft oder zum Friseur. Zudem müssen nach Einschätzung des RKI vollständig Geimpfte auch nicht mehr in Quarantäne", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". Das erleichtere den Alltag in der Pandemie.

RKI-Bericht geht an die Länder

Grundlage ist eine Auswertung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse durch das Robert Koch-Institut (RKI). In einem RKI-Bericht an Spahns Ministerium, der dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt und von Institutsleiter Lothar Wieler unterzeichnet ist, heißt es: "Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist das Risiko einer Virusübertragung durch Personen, die vollständig geimpft wurden, spätestens zum Zeitpunkt ab dem 15. Tag nach Gabe der zweiten Impfdosis geringer als bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests bei symptomlosen infizierten Personen."

Weiter schreibt das RKI: "Aus Public Health-Sicht erscheint das Risiko einer Virusübertragung durch Impfung nach gegenwärtigem Kenntnisstand in dem Maß reduziert, dass Geimpfte bei der Epidemiologie der Erkrankung wahrscheinlich keine wesentliche Rolle mehr spielen. Das Risiko kann durch weitere Vorgaben (Selbstisolierung bei Symptomen; weiter Einhalten der AHA+L-Regeln) zusätzlich reduziert werden." Der Bericht wurde gestern an die Länder verschickt. Die Ministerpräsidentenkonferenz hatte das RKI um die Analyse gebeten, ob und wann die Einbeziehung Geimpfter in Testkonzepte "möglicherweise obsolet" wird.

Voraussetzung: Ende der dritten Welle

Spahn erklärte gegenüber der "BamS": "Wer vollständig geimpft wurde, kann in Zukunft wie jemand behandelt werden, der negativ getestet wurde." Wenn die dritte Welle der Corona-Pandemie gebrochen sei und weitere auf Schnelltests beruhende Öffnungsschritte wie beim Einzelhandel gegangen würden, käme diese Grundsatzentscheidung zum Tragen. "Wir werden diese Erkenntnisse nun zeitnah in Gesprächen mit den Ländern in die Praxis bringen", sagte der Minister. Die Regelung soll nach Informationen des Blatts in den kommenden Wochen umgesetzt werden. Möglicherweise könnte dann der Impfnachweis ausreichen, um beispielsweise eine Hotelbuchung vorzunehmen. Unklar sei noch, ob dies auch im Falle einer überstandenen Covid-19-Erkrankung gelte.

Über dieses Thema berichtete am 04. April 2021 MDR Aktuell um 12:05 Uhr und die tagesschau um 12:20 Uhr.

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KOMMENTARE

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grübelgrübel 04.04.2021 • 12:50 Uhr

um 11:48 von Croocie1973

Mehr Freiheit für geimpfte Ich halte das für unfair . Die jüngeren sollen weiter ungeimpft zur Arbeit gehen und das Rad am laufen halten und andere genießen dann Ruhestand und Reiselust ...nach dem letzten Lockdown im Frühjahr habe ich Gespräche älterer Herrschaften darüber verfolgt wie toll man jetzt Urlaub machen kann ...keine lästigen Familien mit lauten Kindern .Klar , viele Eltern mussten ja ihren Jahresurlaub wegen geschlossener Kitas und Schulen aufbrauchen ...zum Schutz der älteren ...sehr gerecht Mal davon abgesehen, das Gerichte ohnehin Grundrechtseinschränkungen bei nicht mehr ansteckungsfähigen Personen aufheben würden, haben sie schon einmal daran gedacht, dass Menschen wie mein Vater, der vor 3 Tagen 95 geworden ist und als 17-jähriger an die Front geschickt wurde, nach dem Krieg mitgeholfen hat, dieses Land wieder auf zu bauen. Und sie benutzen den Ausdruck „ungerecht“