Eine Lehrerin spricht mit einer Schülerin im Unterricht an einer Grundschule | dpa
Überblick

Bundesländer im Überblick Das sind die Öffnungspläne für Schulen

Stand: 05.03.2021 13:23 Uhr

Bundesweite Schulöffnungen sind nicht geplant, aber für immer mehr Schülerinnen und Schüler soll es bald wieder mit Präsenzunterricht losgehen. Nach den Grundschulen planen erste Bundesländer nun weitere Schritte. Ein Überblick.

Beim jüngsten Corona-Gipfel waren Schulen und Kitas kein Thema. Aus Gründen. Hatte die Frage nach dem Umgang mit Bildungseinrichtungen in der Corona-Krise sonst regelmäßig für viel Streit zwischen Bund und Ländern gesorgt, fasste man das Thema am Mittwoch gar nicht erst an. Die Länder sollten selbst entscheiden, ob und wann sie ihre Schulen und Kitas wieder öffnen, der Bund um Kanzlerin Angela Merkel verkämpfte sich hier nicht mehr. Die Länderchefinnen und -chefs waren zuletzt immer Sonderwege gegangen, auch unter Verweis auf ihre Bildungshoheit. Jedes Land macht, was es will - und das bleibt auch wohl auch erstmal so. Was bisher bekannt ist:

Viele Bundesländer öffneten ihre Grundschulen und oft auch die Kitas bereits zum 22. Februar. Unterrichtet wird zumeist im Wechselmodell. Sachsen und Niedersachsen waren noch früher dran. Nun folgen vielerorts die nächsten Öffnungsschritte. Die Chefin der Kultusministerkonferenz, Britta Ernst, gab sogar das Ziel aus, im März alle Schülerinnen und Schüler wieder zurück in die Klassen zu holen.

Baden-Württemberg

Auch Baden-Württemberg geht am 15. März den nächsten Öffnungsschritt bei den Schulen, wie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) dem SWR sagte: "Übernächste Woche werden wir weitere Öffnungsschritte bei den Grundschulen machen. Aber auch bei den Fünft- und Sechstklässlern sind weitere Öffnungsschritte eingeleitet. Das wird so ein eingeschränkter Regelbetrieb sein."

Demnach sollen in den weiterführenden Schulen bis zu den Osterferien zunächst die Klassen 5 und 6 wieder Präsenzunterricht erhalten. Es sollen alle Schülerinnen und Schüler ins Schulgebäude kommen und dort auf mehrere Räume verteilt werden. Die Präsenzpflicht bleibt aber vorerst ausgesetzt. Wann es für die Mittelstufe wieder losgeht, soll erst später entschieden werden.

Bayern

Fast alle Schüler in Bayern sollen vor Beginn der Osterferien wieder in den Präsenzunterricht in die Schulen zurückkehren können. Ministerpräsident Markus Söder sagte, Schüler aus Landkreisen mit einer Corona-Inzidenz von unter 100 sollten wieder in die Schulen gehen können. Es werde damit für 90 Prozent der Schüler die Chance geben, "zumindest vor Ostern die Schule mal wieder zu sehen".

Die weitergehende Öffnung der Schulen in Bayern soll ab dem 15. März beginnen, ab dann sind noch zwei Wochen Unterricht bis zu den Osterferien. Verkürzte Osterferien lehnte Söder für sein Bundesland ab. Die Öffnung der Schulen soll allerdings vom Infektionsgeschehen vor Ort abhängen - in Landkreisen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 sollen nur die Abschlussklassen in die Schulen dürfen.

In den Kitas und Kindergärten soll in Bayern ähnlich vorgegangen werden. Bei einer Inzidenz von unter 50 ist normaler Betrieb vorgesehen, bei einer Inzidenz bis 100 eingeschränkter Betrieb und über 100 Notbetreuung. Lehrkräfte und Kinder können sich in Bayern zweimal pro Woche kostenlos auf das Coronavirus testen lassen.

Eine Lehrerin unterrichtet im Klassenraum  | dpa

Auf ins Risiko? Vielerorts sollen die Schüler zurück in die Klassen. Bild: dpa

Brandenburg

In Brandenburg sollen nach den Grundschulen die weiterführenden Schulen vom 15. März an wieder öffnen. Das kündigte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) im Landtag an. Der Schritt solle begleitet werden mit mehr Schnelltests an den Schulen, ebenso wie in den Kitas, sagte Woidke. Die Grundschulen des Bundeslandes sind seit dem 22. Februar im Wechselunterricht.

Niedersachsen

Die Kindertageseinrichtungen in Niedersachsen öffnen bereits ab Montag (8. März) für den eingeschränkten Regelbetrieb, teilte das Kultusministerium mit. Damit seien die Kitas "im Grundsatz" geöffnet und böten Betreuung in Regelgruppengröße an, allerdings ohne Gruppenmischung.

Gleichzeitig werde an den Schulen die Präsenzpflicht wieder hergestellt. Zudem müssten die Schülerinnen und Schüler in allen Jahrgängen der Sekundarbereiche I und II im Unterricht auch am Sitzplatz eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Am 15. März sollen die Schulen für Unterricht im Wechselmodell nach dem sogenannten Szenario B für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5-7 im Sekundarbereich I sowie den Schuljahrgang 12 im Sekundarbereich II geöffnet werden.

Das gilt auch für die Berufseinstiegsschulen sowie Berufsschulklassen für Jugendliche mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf und die Förderschulen im Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung und in Förderschwerpunkten Hören und Sehen (Taubblinde). Am 22. März und damit noch vor den Osterferien kommen dann laut Ministerium alle Schulen und Schuljahrgänge zurück ins Szenario B.

Nordrhein-Westfalen

Ab 15. März holt Nordrhein-Westfalen alle Schüler der weiterführenden Schulen zumindest tageweise in die Klassen zurück. Geplant sei vorerst bis zu den Osterferien ein Unterricht bei halbierter Klassenstärke im Wechselmodus, schrieb das Schulministerium des bevölkerungsreichsten Bundeslandes in einer Mail an die Schulen. Kein Schüler solle dabei länger als eine Woche ohne Präsenzunterricht sein.

Für die Grundschüler und Förderschüler der Primarstufe, die bereits am 22. Februar als erste wieder in halber Klassenstärke und im Wechselmodus in die Schulen zurückgekehrt waren, bleibe es dabei. Auch die Abschlussjahrgänge hatten am 22. Februar bereits zu den ersten Rückkehrern gehört.

Damit holt NRW alle Schüler vor den Osterferien - sie beginnen am 29. März - zumindest eingeschränkt tageweise in den Präsenzunterricht zurück. Für die weiterführenden Schulen gilt laut Ministerium: "Bei der Einführung des Wechselmodells sind aus Gründen der Kontaktreduzierung die Klassen beziehungsweise Kurse in der Regel in zwei Gruppen zu teilen, so dass es in den verbleibenden beiden Wochen bis zu den Osterferien zu einem Wechsel aus Präsenz- und Distanzunterricht kommt." Bei kleinen Klassen und Kursen könne die Schulleitung aber selbst entscheiden, ob sie auf eine Teilung verzichtet. Kein Schüler soll nach der neuen Regelung länger als eine Woche ohne Präsenzunterricht sein. Es sollten in der Sekundarstufe I grundsätzlich konstante Lerngruppen gebildet werden.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt bleibt der Schulbetrieb in den meisten Landkreisen eingeschränkt. An den Schulen im Landkreis Mansfeld-Südharz dagegen gibt es von Montag (8. März) an wieder täglichen Präsenzunterricht mit vollen Klassenstärken für alle. 

Thüringen

Das Bildungsministerium in Thüringen äußerte hat sich verhalten zu baldigen Schulöffnungen für alle Kinder. "Ob das jetzt im März alles noch klappt (...) - das ist Glaskugelleserei", sagte ein Sprecher in Erfurt. "Wir können jetzt nicht zusagen, dass im März alle Schülerinnen und Schüler in die Schule gehen. Aber gleichzeitig können wir das auch nicht jetzt schon als Ziel abschreiben." Man habe die Lockerungsschritte definiert und sei teilweise gut dabei, teilweise jedoch aufgrund hoher Inzidenzen im bundesweiten Vergleich noch zurückgeworfen. Thüringen gehört zu den Ländern mit den höchsten Inzidenzwerten.

Weitere Landesregierungen dürften sich in Kürze dazu äußern, wie es an ihren Bildungseinrichtungen weitergeht. Für Eltern, Lehrende, Kita-Personal und Kinder bleibt es damit schwierig, den Überblick zu behalten. Eine generelle Öffnung ist nicht in Sicht, zu unterschiedlich sind auch die Inzidenzwerte in den Regionen und Ländern.

Flankiert und abgesichert werden soll die schrittweise Rückkehr in die Klassen mit Schnelltests: Das Personal in den Schulen sowie alle Schülerinnen und Schüler sollen pro Präsenzwoche das Angebot von mindestens einem kostenlosen Schnelltest erhalten. Bei diesen Tests werden Wattestäbchen durch geschultes Personal tief in Rachen sowie Nase eingeführt.