Karl Lauterbach | dpa

Corona-Pandemie "Die Lage stabilisiert sich langsam"

Stand: 13.12.2021 13:29 Uhr

Laut RKI-Zahlen sinkt die Inzidenz in Deutschland seit einigen Tagen. Experten weisen aber darauf hin, dass derzeit vermutlich viele Fälle nicht erfasst werden. Doch in der Tendenz sieht auch Gesundheitsminister Lauterbach einen Rückgang.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht eine allmähliche Stabilisierung der Lage in der Corona-Pandemie. "Der Rückgang der Fallzahlen ist echt", schrieb der SPD-Politiker auf Twitter. "Die Lage stabilisiert sich langsam." Dieser Trend dürfe aber nicht durch Weihnachten gefährdet werden. Er betonte auch, dass die Fallzahlen weiterhin viel zu hoch seien, die Boosterkampagne müsse deshalb verstärkt werden.

Die Zahlen sinken

Laut RKI-Zahlen sank die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz im Vergleich zum Vortag erneut. Das Robert Koch-Institut gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 389,2 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 390,9 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz noch bei 441,9.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI innerhalb eines Tages 21.743 Corona-Neuinfektionen. Allerdings konnten anscheinend erneut keine Daten aus Niedersachsen erfasst werden. Vor genau einer Woche waren deutschlandweit noch fast 6100 mehr Corona-Fälle erfasst worden (27.836).

Unter den Bundesländern verzeichnet Thüringen mit 1032,7 die höchste Inzidenz, dann folgt Sachsen mit 1024,5. Dahinter liegen Sachsen-Anhalt mit einer Inzidenz von 808,4, Brandenburg mit 657,9, Baden-Württemberg mit 457,5 und Mecklenburg-Vorpommern mit 438,9. Die niedrigste Inzidenz gibt es weiter in Schleswig-Holstein mit 162,4. Mittlerweile melden wieder sechs Landkreise einen Wert unter 100.

116 weitere Todesfälle

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist allerdings zu bedenken, dass Expertinnen und Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen eines Tages 116 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet. Vor einer Woche waren es noch 81 Todesfälle.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.531.606 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Krankenhäuser weiterhin stark belastet

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hatten Bund und Länder am 18. November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen. 

Ab einem Wert von drei gilt in einem Bundesland flächendeckend für Veranstaltungen die 2G-Regel - das heißt, nur gegen das Coronavirus Geimpfte und von Covid-19 Genesene sind zugelassen. Am Freitag lag die Hospitalisierungsinzidenz laut RKI bundesweit bei 5,71.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Dezember 2021 um 14:00 Uhr.