Eine Spritze ist auf den Boden eines Impfzentrums in Sachsen gemalt worden. | dpa

Corona-Pandemie Betriebsärzte sollen ab Anfang Juni impfen

Stand: 02.05.2021 08:31 Uhr

Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums sollen Beschäftigte spätestens ab dem 7. Juni die Möglichkeit haben, sich in ihren Betrieben impfen zu lassen. Die Zahl der Neuinfektionen und die Sieben-Tage-Inzidenz sinken weiter.

Die Betriebsärzte sollen ab Anfang Juni auch gegen das Coronavirus impfen können. Start soll laut Bundesgesundheitsministerium spätestens die Woche vom 7. Juni an sein. Mindestens eine halbe Million Impfdosen pro Woche seien für die Betriebsärzte vorgesehen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der "Welt am Sonntag", noch warteten viele auf Impftermine. "Aber bereits in ein paar Wochen werden wir voraussichtlich mehr Impfstoff haben als Terminanfragen." Betriebsärzte in Firmen könnten dann helfen, mit niedrigschwelligen Angeboten zu überzeugen, so Spahn. Dies könne Menschen fürs Impfen gewinnen, die "nicht das Gegenargument suchen, sondern die Gelegenheit".

Impfstoff-Liefermengen sollen kontinuierlich steigen

Die Bundesregierung hatte eine Einbindung der Betriebsärzte bereits grundsätzlich für Juni angekündigt. Dank ansteigender Liefermengen soll das Impfnetz in der Fläche damit noch größer werden. Nach dem Start mit mobilen Impfteams und mehr als 400 regionalen Impfzentren der Länder sind inzwischen auch mehr als 60.000 Arztpraxen miteingebunden. Die Zahl der täglichen Impfungen nahm damit weiter zu. Inzwischen hat fast ein Drittel der Bundesbürger mindestens eine Impfung bekommen. Den vollen Impfschutz mit einer zweiten Spritze haben nach Stand von vergangenem Freitag fast acht Prozent.

Laut einer vom Gesundheitsministerium veröffentlichten Lieferprognose mit Stand 30. April werden für Arztpraxen und Betriebsärzte im Juni wöchentlich jeweils mehr als drei Millionen Dosen des Impfstoffes von BioNTech/Pfizer erwartet. Nach 3,4 Millionen Dosen in der Woche ab 31. Mai sollen für drei Wochen jeweils mehr als 3,6 Millionen Dosen folgen und in der Woche vom 28. Juni mehr als 3,7 Millionen Dosen. Im Mai sollen die Praxen demnach jeweils 1,6 Millionen Dosen pro Woche von BioNTech/Pfizer bekommen und in den ersten beiden Mai-Wochen zusätzlich jeweils mehr als eine Million Dosen des Präparats von AstraZeneca.

Zukunft der Impfzentren

Mit mehr Impfungen in Praxen und Firmen rückt auch die Zukunft der Impfzentren in den Blick. Der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag, Erwin Rüddel (CDU), sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", "wenn die Impfpriorisierung Ende Mai, Anfang Juni aufgehoben wird, wäre es sinnvoll, das Impfen den Ärzten zu überlassen. Die kennen ihre Patienten." Die Impfzentren sollen nach derzeitigen Planungen auch im Mai und Juni vorerst weiterhin mehr als zwei Millionen Dosen pro Woche bekommen.

Nach Berechnungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung könnten Ende Mai mehr als die Hälfte der Impfberechtigten mindestens eine Erstimpfung erhalten haben, wenn die Lieferzusagen eingehalten werden. Mitte Juni könnten drei Viertel erstgeimpft sein. Damit wären bei einer anzunehmenden Impfbereitschaft von 80 Prozent fast alle Impfwilligen erreicht. Ab dann sollten die Impfzentren der Länder auch nur noch Termine für Zweitimpfungen vergeben.

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter

Die Zahl der Neuinfektionen und damit auch die Sieben-Tage-Inzident sind weiter rückläufig. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 16.290 weitere Corona-Fälle binnen eines Tages. Das sind 2483 registrierte Neuinfektionen weniger als am Sonntag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz fiel den sechsten Tag in Folge. Derzeit liegt der Wert bei 146,5, gestern lag er noch bei 148,6.

110 weitere Menschen starben nach einer Infektion mit dem Coronavirus, das sind zehn weniger als vor einer Woche. Insgesamt liegt die Zahl der Corona-Todesfälle in Deutschland damit bei 83.192 Menschen. Seit Ausbruch des Virus wurden mehr als 3,41 Millionen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet.

Die regionalen Unterschiede bei den Corona-Fallzahlen bleiben groß. Thüringen ist mit einer Inzidenz von 217,8 vor Sachsen (208,7) das Bundesland mit dem höchsten Wert. Die beiden Bundesländer sind die einzigen mit einem Inzidenz-Wert von über 200. Den niedrigsten Inzidenz-Wert registriert erneut Schleswig-Holstein mit 58,6. Hamburg verzeichnet eine Inzidenz von 91,6 und ist das zweite Bundesland mit einem Wert von unter 100.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. Mai 2021 um 14:00 Uhr.

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