Luftaufnahme des Kolosseums in Rom mit verwaisten Straßen ringsum | AFP
FAQ

Urlaub und Corona Wo die Reise hingehen kann

Stand: 10.06.2021 13:35 Uhr

Italien, Spanien, Griechenland: Immer mehr Länder lockern vor der Urlaubszeit die Einreiseregeln. Deutschland macht die Rückkehr zugleich einfacher. Welche Regeln gelten für den Urlaub - und was gilt es zu bedenken?

Wohin kann ich reisen - und ohne große Einschränkungen wieder zurückkommen?

Die Corona-Inzidenz sinkt, doch noch ist das Reisen nicht ohne Einschränkungen möglich. Dabei unterscheiden sich die Regeln für Reisende von Land zu Land. Immerhin wird die Einreise und die Rückkehr aus den Urlaubsregionen zunehmend einfacher. So wurden zuletzt zahlreiche Länder von der Liste der Risikogebiete genommen. Für die Länder, die keine Risikogebiete mehr sind, gilt: Nur wer mit dem Flugzeug aus diesen Ländern wieder einreist, benötigt noch ein negatives Corona-Testergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis. Ansonsten entfallen Testpflicht und Registrierung bei der Rückkehr.

So gelten auch für Urlaubs-Heimkehrer aus Italien seit Sonntag lockerere Wieder-Einreiseregeln nach Deutschland. Reisende, die auf dem Landweg nach Deutschland zurückkommen, müssen also nicht mehr mit Einreisebeschränkungen rechnen. Allerdings: Das Auswärtige Amt rät von nicht notwendigen Reisen nach Italien ab. Neben Italien wurden auch Tschechien sowie Teile Österreichs, der Schweiz und Kroatiens von der Liste gestrichen.

In Österreich bleiben nur noch die Bundesländer Tirol und Vorarlberg Risikogebiete (mit den Ausnahmen Gemeinde Jungholz, Kleinwalsertal und Gemeinde Mittelberg). In Kroatien wurden zuletzt drei von sieben Küstenregionen von der Risikoliste gestrichen: Istrien, Dubrovnik-Neretva und Split-Dalmatien. In der Schweiz sind es die Kantone Aargau, Basel-Stadt, Basel-Land, Graubünden, Solothurn, Tessin, Zug und Zürich.

Korsika sowie die französischen Übersee-Departments Mayotte, Saint-Pierre und Miquelon, Wallis und Futuna, Französisch-Polynesien und Neukaledonien gelten seit Sonntag nicht mehr als Risikogebiete.

Die Türkei, Schweden und Litauen hingegen wurden vom Hochinzidenz- zum Risikogebiet zurückgestuft. Damit entfällt die generelle Quarantänepflicht bei der Wiedereinreise nach Deutschland. Wer einen negativen Test vorweisen kann, muss sich nicht mehr selbst isolieren.

Und wie ist es mit den Einreisen?

Auch die Einreise in viele europäischen Länder ist einfacher geworden. In Spanien können Reisende seit Wochenbeginn ohne den bisher obligatorischen PCR-Test einreisen. Ein Antigentest, der Nachweis der Impfung oder einer Genesung reicht dann laut spanischem Gesundheitsministerium.

Das gilt ähnlich auch für Italien. Wer einen bis zu 48 Stunden alten negativen Test vorweisen kann, ist von der Quarantäne befreit. In einzelnen Regionen können die Regeln aber abweichen. Reisende müssen online ihre Daten angeben. Für Südtirol gibt es ein eigenes Formular.

Auch ein Urlaub in Griechenland ist möglich - auch wenn für die Einreise ein negativer maximal 72 Stunden alter PCR-Test notwendig ist. Für vollständig Geimpfte und Genesene entfällt diese Test-Pflicht.

Reisende aus Deutschland müssen auch in Dänemark nicht mehr in Quarantäne. Ein negativer Corona-Test wird aber weiter verlangt. Dies gilt auch für Dänen, die von einer Deutschlandreise zurückkehren. Für Genesene und Geimpfte gibt es eigene Regelungen.

Wer nach Österreich will, muss einen negativen PCR-Test oder Antigentest vorweisen. Der Antigentest darf nicht älter als 48 Stunden sein, der PCR-Test nicht älter als 72 Stunden. Die Registrierung für die Einreise aus mehreren Ländern - wie etwa Deutschland - ist seit heute nicht mehr notwendig, teilt das Gesundheitsministerium in Wien mit. Besondere Regelungen gibt es auch hier für Genesene und Geimpfte.

Schweden gilt als Risikogebiet. Die Einreise ist nur mit einem negativen Testergebnis möglich. Zwischen der Probenabnahme und dem Grenzübertritt dürfen höchsten 48 Stunden liegen.

Urlauber, die nach Frankreich reisen, müssen einen negativen PCR-Test oder Antigentest vorweisen. Er darf bis zu 72 Stunden alt sein. Außerdem müssen sie sich registrieren. Die Einreiseregeln im Detail sind auf der Seite des Auswärtigen Amtes zu finden. Ausnahmen gibt es etwa für Geimpfte und Genesene.

Was bedeutet Risikogebiet, was Hochinzidenzgebiet und was ist ein Virusvariantengebiet?

Die Bundesregierung unterteilt die Situation in unterschiedliche Kategorien - je nach Infektionsgeschehen. Ein Land kann als Risikogebiet eingestuft werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz bei zumindest 50 Fällen pro 100.000 Einwohnern liegt. Es wird vom Bundesministerium für Gesundheit, dem Auswärtigen Amt und dem Innenministerium festgelegt. Das heißt: Reisende müssen sich bei der Rückkehr zehn Tage lang in häusliche Quarantäne begeben - außer sie lassen sich testen. Neu auf der Liste der Risikogebiete sind zum Beispiel zwei Regionen in Norwegen (Troms og Finnmark und Trøndelag). Das Robert Koch-Institut führt die Länder in einer Liste auf.

Zudem müssen sich Rückkehrer vor ihrer Ankunft in Deutschland auf www.einreiseanmeldung.de registrieren und den Nachweis über die Anmeldung bei Einreise mit sich führen.

Als Hochinzidenzgebiet werden in der Regel Länder eingestuft, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche (Sieben-Tage-Inzidenz) über 200 liegt. Auch eine geringe Testrate bei gleichzeitig hoher Positivitätsrate kann Grund für eine Einstufung sein, so das Gesundheitsministerium. Wer in einem Hochinzidenzgebiet war, der muss in Quarantäne - und kann sich frühestens fünf Tage nach Einreise freitesten. Auch diese Reisende müssen sich vor Einreise registrieren.

Nach einem Aufenthalt in einem Virusvarianten-Gebiet beträgt die Quarantänezeit auf jeden Fall zwei Wochen. Ein Freitesten ist nicht möglich. Außerdem müssen Reiserückkehrer ihre Daten hinterlegen. Zuletzt wurde etwa Uruguay in die höchste Risikokategorie der Virusvariantengebiete eingestuft.

Wo kann man sich im Detail über die Einreisebestimmungen informieren?

Informationen über die Einreisebestimmungen der Länder gibt es auf der Internetseite des Auswärtigen Amts. Mit der App "Re-open EU" können die aktuellen Bestimmungen für das Reiseland und das Heimatland abgerufen werden. Auch das Auswärtige Amt bietet mit "Sicher Reisen" eine App-Lösung.

Wie bekomme ich einen digitalen Impfnachweis?

Als Impfnachweis gibt es auch weiterhin den gelben Impfpass aus Papier. Das EU-Parlament hat sich aber ergänzend auf ein europaweites Zertifikat geeinigt, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann. Der digitale Impfpass soll europaweit am 1. Juli offiziell eingeführt werden.

Geimpfte erhalten dann einen QR-Code, der in einer App gespeichert wird. Die Anwendung "CovPass" soll in Deutschland bereits heute an den Start gehen und in den App-Stores zur Verfügung gestellt werden. Auch die Corona-Warn-App kann den Nachweis seit einem Update am Mittwoch speichern.

Ab Montag sollen nachträgliche Ausstellungen möglich sein - etwa bei Ärzten und Apotheken. "Grundsätzlich soll die nachträgliche Ausstellung dort erfolgen, wo man geimpft worden ist", schreibt allerdings das Gesundheitsministerium.

Wann dürfen Urlauber Auslandsreisen kostenlos stornieren?

Eine kostenlose Stornierung von Pauschalreisen ist in der Regel möglich, wenn ein Land als Risikogebiet eingestuft wird. Verbraucher sollten sich dabei an den Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes orientieren, empfiehlt die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Letztendlich ausschlaggebend für eine kostenlose Stornierung sei aber "die juristische Frage, ob außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände vorliegen", so das Auswärtige Amt. Bereits gezahlte Stornierungsgebühren können zurückverlangt werden, wenn beim geplanten Reiseantritt "außergewöhnliche Umstände" vorgelegen haben, erklärt das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ). 

Was passiert, wenn der Veranstalter die Reise absagt?

Kann ein Veranstalter die Reise nicht mehr wie geplant stattfinden lassen, muss er laut Verbraucherzentrale Niedersachsen die Kosten komplett zurückerstatten.

Was gilt bei Individualreisen?

Können Urlauber ihr Ziel wegen geltender Reisebeschränkungen, eines Einreiseverbots oder der Lage der Unterkunft im Sperrgebiet nicht erreichen, können sie ihre Unterkunft stornieren und ihr Geld zurückverlangen. Eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts führt laut der Verbraucherzentrale Niedersachsen aber nicht automatisch dazu, dass eine Unterkunft nicht erreichbar ist.

Greift die Reiserücktrittsversicherung?

Die Reiserücktrittsversicherung gilt laut Verbraucherschützern nur, wenn der Versicherte aus persönlichen Gründen eine Reise nicht antreten kann. Ob eine Versicherung auch zahlt, wenn eine Reise aufgrund eines positiven Corona-Tests nicht angetreten werden kann, hängt von der Police ab. Grundsätzlich zahlen Versicherer laut Stiftung Warentest nicht, wenn für eine Urlaubsregion ein Einreiseverbot oder eine Reisewarnung ausgesprochen wurde oder es vor Ort Einschränkungen durch Corona gibt.

Quellen: dpa/AFP

Über dieses Thema berichtete das Erste in der Sendung Brisant am 07. Juni 2021 um 17:15 Uhr.