Ein Rotkehlchen sitzt auf einem Ast. | dpa

Naturschutzverbände Wer macht mit beim Vögel zählen?

Stand: 06.01.2022 11:26 Uhr

Wie viele Vögel sind zurzeit in unseren Gärten und Parks unterwegs? Das sollen möglichst viele Bürger von heute bis Sonntag bei der "Stunde der Wintervögel" beobachten. Die Aktion soll mehr über den Zustand der Vogelwelt verraten.

Der Naturschutzbund (NABU) lädt wieder zur bundesweiten Vogelzählung ein. Naturfreunde sind dazu aufgerufen, von heute an bis Sonntag eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und dem NABU zu melden. Die Aktion "Stunde der Wintervögel" ist nach NABU-Angaben Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion.

Aufschluss über heimische Vogelwelt

Die dabei gesammelten Daten sind für den Vogelschutz äußerst wertvoll, weil sie Aufschluss über den Zustand der heimischen Vogelwelt in unseren Siedlungen geben. "Je mehr Menschen mitmachen, desto genauer wird unser Bild", erklärte Rüdiger Wohlers vom NABU Niedersachsen.

Bei der Vogelzählaktion soll von jeder Art die höchste Anzahl Vögel notiert werden, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Teilnehmer können ihre Beobachtungen bis zum 17. Januar melden.

Wie viele skandinavische Vögel kommen?

Der NABU Schleswig-Holstein erhoffe sich zum Beispiel auch neue Erkenntnisse, wie es um die Vogelwelt im Land zwischen den Meeren steht. "Je mehr Meldungen wir bekommen, umso genauer können wir uns ein Bild von der Lage machen", sagt Landesgeschäftsführer Ingo Ludwichowski. Wie viele skandinavische Vögel haben in diesem Winter den Weg nach Schleswig-Holstein gefunden? Wer ist alles hier geblieben, statt nach Süd(west)en abzuwandern? Und: Was bedeutet der Klimawandel für unsere gefiederten Freunde?

Auf Nahrungssuche in den Gärten

Am besten funktioniert das Zählen an Futterstellen. Dort könnte einiges los sein, denn für die nächsten Tage sind wieder winterliche Temperaturen angekündigt, wie LBV-Biologin Angela Nelson erläutert.

Spannend sei auch die Frage, ob sich dort neben den typischen Gartenvögeln wie Meise und Spatz auch wieder mehr Waldvögel wie Eichelhäher und Buchfink tummelten. "Ist das Nahrungsangebot in den Wäldern knapp, gibt es also nicht genügend Bucheckern, Eicheln oder andere Baumfrüchte, dann kommen Vögel auf Nahrungssuche häufig in unsere Gärten", sagt die Expertin.

2021: Spatz, Kohlmeise und Feldsperling

Bei der letzten "Stunde der Wintervögel" im Januar 2021 wurde der Spatz am häufigsten gesichtet. Auf Platz zwei und drei folgten Kohlmeise und Feldsperling. Laut NABU beteiligten sich an der Vogelzählung vor einem Jahr mehr als 236.000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus 164.000 Gärten und Parks ein.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 06. Januar 2022 um 10:36 Uhr und 11:44 Uhr.