Kreuz auf dem Kölner Dom | dpa

Katholische Konferenz In Köln Reformer fordern mehr Demokratie

Stand: 24.09.2022 15:05 Uhr

In Köln treffen sich Vertreter der katholischen Reformbewegung zur "Kirchenvolkskonferenz". Im Vorfeld der anstehenden Herbsttagung der Bischofskonferenz fordern sie von ihrer Kirche mehr Demokratie und Mitsprache.

36 katholische Verbände und Initiativen haben in Köln Reformen in der Katholischen Kirche angemahnt. Die sogenannte Kirchenvolkskonferenz solle eine Antwort auf die Krise der katholischen Kirche sein, sagte Christian Weisner vom Bundesteam der Kirchenreformbewegung "Wir sind Kirche" zum Auftakt der Veranstaltung. "Es geht uns darum, den Kern des Christentums wieder freizulegen."

Die Konferenz steht unter dem Motto "Wir gehen schon einmal voran - für eine synodale Kirche der Zukunft". Sie findet unmittelbar vor der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz statt, die vom 26. September an in Fulda zusammenkommt.

Treffen der Reformbewegung

In Köln treffen sich vorab Reformgruppen wie etwa "Wir sind Kirche", die Initiative "Maria 2.0", die Aktion #OutInChurch und Betroffeneninitiativen. Aber auch große Verbände wie der Katholische Deutsche Frauenbund, die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) sind dabei.

Ermutigendes Signal an die Bischofskonferenz

Die "Kirchenvolkskonferenz" wolle ein "Signal der Ermutigung und Dringlichkeit" an den Synodaler Weg senden, sagte Weisner. Mit diesem kirchlichen Reformprozess versucht die römisch-katholischen Kirche in Deutschland seit 2019 unter anderem verlorenes Vertrauen bei den Gläubigen zurückzugewinnen, nachdem über die Jahre viele sexuelle Missbrauchsfälle innerhalb der Organisation bekannt geworden waren.

Bei der Synodalversammlung der Katholiken Anfang September dieses Jahres in Frankfurt am Main hatten die Bischöfe jedoch einer Reform der kirchlichen Sexuallehre die nötige Mehrheit versagt. 

Wem gehört die Kirche?

Auf der "Kirchenvolkskonferenz" stellte Maria Mesrian von der Initiative "Maria 2.0" jetzt die Frage, wem die Kirche gehöre: "Woche für Woche erleben wir neue Skandale, weil eine kleine klerikale Elite die Macht hat". Derweil forderte der BDKJ-Bundesvorsitzende, Gregor Podschun, "eine demokratische Kirche".

Der Kölner Theologe Hans-Joachim Höhn plädierte für Vernetzung und Synodalität als Leitidee einer Kirche von morgen. "Wir brauchen die Mutigen, die vorangehen, nicht diejenigen, die um sich selbst kreisen", forderte er. Die Ängstlichkeit gegenüber dem alleinigen Machtanspruch der Bischöfe sei vorüber.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. September 2022 um 17:00 Uhr.