Impfpässe liegen in einer Apotheke auf dem Tisch. | dpa

Vier Bundesländer Razzien wegen falscher Impfausweise

Stand: 13.01.2022 11:21 Uhr

Ein Hausarzt aus Bayern soll Impfungen vorgetäuscht und dafür Bescheinigungen ausgestellt haben. Deshalb hat die Polizei nun in vier Bundesländern Wohnungen von mehr als 100 Patienten durchsucht.

Die Polizei klingelte in den frühen Morgenstunden: Die Beamten durchsuchten in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen Wohnungen von mehr als 100 Menschen, die sich falsche Impfbescheinigungen besorgt haben sollen. Die Ermittler stellten bei der Aktion unter anderem Impfausweise und Smartphones sicher.

Zudem wurde bei den Verdächtigen Blut entnommen, wie ein Sprecher der Polizei erklärte. Über einen Antikörper-Test will man nachweisen, dass sie nicht geimpft sind.

Autos aus ganz Süddeutschland vor der Praxis

Ausgangspunkt der Durchsuchungen ist der Fall eines Hausarztes im bayerischen Landkreis Donau-Ries, der Impfungen vorgetäuscht und Impfbescheinigungen ohne Impfung ausgestellt haben soll. Zeugen war laut Polizei aufgefallen, dass vor der Arztpraxis immer wieder Autos mit Kennzeichen aus dem gesamten süddeutschen Raum geparkt haben sollen.

Die Durchsuchungen richten sich nun gegen die Verdächtigen, die den Arzt bewusst aufgesucht haben sollen, um eine Impfung bescheinigt zu bekommen, ohne sich impfen zu lassen. Gegen sie wird laut Polizei wegen der Beihilfe beziehungsweise Anstiftung zum Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse und deren Verwendung ermittelt.

Gegen den Arzt wurde zwischenzeitlich ein Berufsverbot verhängt. Bei den Durchsuchungen waren mehr als 200 Beamte im Einsatz, sie verliefen nach Angaben eines Polizeisprechers friedlich.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 13. Januar 2022 um 10:41 Uhr.