Ein Antigen-Test auf Covid-19 wird nach der Eröffnung des kommunalen Corona-Testzentrums des Landkreises Ludwigslust bearbeitet (Archvbild). | dpa
FAQ

Corona-Verordnung Was das Ende der Gratis-Tests bedeutet

Stand: 11.10.2021 15:32 Uhr

Die Gratis-Schnelltests waren ein wichtiges Element der Anti-Corona-Strategie. Seit heute sind die Tests wieder kostenpflichtig - doch für manche gibt es Ausnahmen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Was ändert sich heute?

Schnelltests durch geschultes Personal mit einer Ergebnis-Bescheinigung müssen künftig selbst bezahlt werden. Dies haben Bund und Länder bereits im August vereinbart. Eine Verordnung legt dies nun fest. Da kostenlose Impfungen für alle möglich sind, sei eine dauerhafte Übernahme der Testkosten durch die Steuerzahler nicht länger nötig, hieß es damals zur Begründung. Für Menschen, die sich aus bestimmten Gründen nicht impfen lassen können, gelten allerdings Ausnahmen.

Für wen gibt es weiterhin kostenlose Tests?

Es sind einige Übergangsregeln vorgesehen. So können Kinder von zwölf bis 17 Jahren und Schwangere noch bis zum 31. Dezember mindestens einen Test pro Woche gratis machen, stillende Mütter noch bis zum 10. Dezember. Denn für diese Gruppen gibt es erst seit kürzerer Zeit eine allgemeine Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO). Sie sollen daher mehr Zeit für Impfungen haben.

Gratistests bekommen generell weiter Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können - Mütter, die sich im ersten Schwangerschaftsdrittel befinden und ebenso Kinder, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, oder erst in den letzten drei Monaten vor dem Test zwölf geworden sind. Denn für sie gibt es noch keinen Impfstoff. Kostenlos bleiben die Tests unter anderem auch für Menschen, die zum Beenden einer Quarantäne wegen einer Corona-Infektion einen Test brauchen.

Welche Nachweise sind für einen Gratis-Test notwendig?

Um auch weiterhin kostenlose Tests zu bekommen, muss man bei der Teststelle einen amtlichen Ausweis mit Foto vorlegen - bei Kindern ist so auch das Alter zu belegen. Nachweise wie ein ärztliches Zeugnis sind nötig, wenn man sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen kann - eine Diagnose muss nicht angegeben werden. Drauf stehen müssen aber Name, Anschrift und Geburtsdatum sowie Angaben zum Aussteller des Attests. Zum Nachweis einer Schwangerschaft kann der Mutterpass genutzt werden.

Was sollen Corona-Tests künftig kosten?

Wie teuer Tests werden, muss sich unter den neuen Marktbedingungen erst noch zeigen. Zuletzt gingen Angebot und Nachfrage wegen immer mehr Impfungen zurück. So waren auf einem Info-Portal zeitweise rund 6000 Apotheken zu finden, die Tests machen. Inzwischen sind es nach Verbandsangaben noch 4400. Generell zu kalkulieren sei mit Kosten für Material, separate Räume und Personal. Bisher bekommen Anbieter pro Schnelltest 11,50 Euro Vergütung, für genauere PCR-Tests gibt es etwa 43 Euro. Für Selbstzahler sind diese aber oft teurer - umso mehr, je schneller das Laborergebnis kommt. Die Bundesregierung wies darauf hin, dass Beschäftigte sich in Firmen kostenlos testen lassen können.

Was spricht gegen kostenpflichtige Tests?

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen warnte, die Umstellung komme zu früh. "Ohne Gratistests werden wir weniger Testergebnisse bekommen, mehr Infektionen werden unerkannt bleiben", sagte er der Nachrichtenagentur dpa. "Wir laufen in eine Schattenpandemie. Statt kostenlose Tests zu streichen, sollten sie mit der Impfkampagne verknüpft werden. Wer eine Impfberatung annimmt, sollte im Gegenzug einen Gratistest bekommen." So oder so sind für den Bund erhebliche Kosten zusammengekommen. Allein seit Beginn einer separaten Erfassung der "Bürgertests" durch die Kassenärztliche Bundesvereinigung Anfang Juli wurden mehr als eine halbe Milliarde Euro dafür abgerechnet.

Quelle: dpa

Über dieses Thema berichtete die tagesschau im ARD-Morgenmagazin am 11. Oktober 2021 um 05:30 Uhr.