Ein Grabstelle mit einem sitzenden Engel | picture alliance/dpa/dpa-Zentral

Demographie in Deutschland Deutlich mehr Todesfälle als Geburten

Stand: 26.04.2021 09:59 Uhr

Im Corona-Jahr 2020 ist die Zahl der Geburten in Deutschland weiter gesunken. Die Todesfälle nahmen dagegen zu. Laut Statistischem Bundesamt ist dabei unklar, wie groß der Einfluss der Pandemie auf die Sterberate ist.

Die Zahl der Sterbefälle in Deutschland ist im ersten Corona-Jahr 2020 deutlich gestiegen. Rund 986.000 Menschen seien gestorben und damit 46.000 mehr als 2019, teilte das Statistische Bundesamt. Das entspricht einer Zunahme um fünf Prozent.

"Ein Teil dieses Anstiegs ist auf kalendarische sowie demografische Aspekte zurückzuführen", erklärten die Statistiker. "2020 war ein Schaltjahr, so dass sich durch den zusätzlichen Tag ein Anstieg um etwa 3000 Sterbefälle gegenüber dem Vorjahr ergibt."

Wegen des Trends zu einer höheren Lebenserwartung und entsprechender Verschiebungen in der Altersstruktur war darüber hinaus eine Erhöhung um etwa ein bis zwei Prozent zu erwarten.

Leichter Rückgang bei Geburten

Die Statistiker legten sich nicht fest, wie groß der Einfluss der Corona-Pandemie auf die Sterbezahlen ist. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind bislang 81.624 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben.

Die Zahl der Geburten blieb offenbar unbeeinflusst von der Pandemie. Im vergangenen Jahr kamen rund 773.000 Kinder zur Welt. Das seien etwa 5000 oder 0,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit habe sich der Rückgang fortgesetzt, der nach dem letzten starken Anstieg der Geburtenzahlen im Jahr 2016 eingesetzt habe.

Der Jahrgang gehöre trotzdem zu den fünf stärksten Geburtsjahrgängen seit 1999. "Das Geburtengeschehen im Gesamtjahr 2020 wurde offenbar nicht von der Corona-Pandemie beeinträchtigt", schlussfolgerte das Statistikamt.

2013 war Geburtendefizit ähnlich hoch

Nach den vorläufigen Daten starben im vergangenen Jahr 212.000 Menschen mehr, als Kinder geboren wurden. 2019 hatte das sogenannte Geburtendefizit 161.000 betragen. Ähnlich hoch wie 2020 sei die Differenz zwischen Sterbefällen und Geburten zuletzt im Jahr 2013 gewesen, erläuterte das Bundesamt.

Registriert wurden zudem etwa 373.000 standesamtliche Eheschließungen und damit 43.000 oder zehn Prozent weniger als 2019. Besonders stark war der Rückgang im April mit etwa 37 Prozent, nachdem wegen der Corona-Pandemie seit Mitte März 2020 Standesämter geschlossen oder nur reduziert geöffnet waren.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. April 2021 um 09:05 Uhr.