Ein wenige Wochen altes Baby hat die Hand zur Faust geballt. | dpa

Corona-Pandemie Kein Babyboom durch ersten Lockdown

Stand: 23.08.2021 10:17 Uhr

Bisher lassen sich in Deutschland kaum Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Geburtenrate feststellen. Das Statistische Bundesamt verzeichnete 2021 mit 1,4 Prozent nur ein geringes Plus. Lediglich der März war auffällig.

Der erste Lockdown während der Corona-Krise hat offenbar keinen Babyboom in Deutschland ausgelöst. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind rund 315.000 Kinder zur Welt gekommen - gut 154.000 Mädchen und knapp 162.000 Jungen. Damit stieg die Zahl der Geburten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur leicht um 1,4 Prozent.

Lediglich im März habe es einen auffälligen Anstieg gegeben: Mit 33.935 Geburten wurden sechs Prozent oder rund 3700 mehr Babys geboren als im März 2020. Nach Angaben der Demografieexpertin im Statistischen Bundesamt, Olga Pötzsch, ging die hohe Geburtenrate im März 2021 auf Schwangerschaften zurück, die mit dem Abflachen der ersten Coronawelle und den ersten Lockerungen der Kontaktbeschränkungen im Mai 2020 begonnen hatten. "In den übrigen von der einsetzenden Corona-Pandemie geprägten Monaten war die Entwicklung unauffällig", hieß es aus dem Statistikamt weiter.

Merkmale der Elternschaft kaum verändert

Auch die Merkmale der jungen Eltern veränderten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur wenig. 32 Prozent der Eltern waren nicht verheiratet, im Vorjahr waren es noch 33 Prozent gewesen.

Für 46 Prozent der Mütter handelte es sich um die erste Geburt, 36 Prozent hatten bereits ein Kind und 18 Prozent zwei oder mehr Kinder in der Familie. Dies entsprach laut Statistikamt der Familienzusammensetzung im Vorjahreszeitraum. Der Anteil der Geburten bei Müttern mit deutscher Staatsangehörigkeit war demnach mit 77 Prozent um zwei Prozentpunkte höher als im Vorjahreszeitraum

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 23. August 2021 um 09:00 Uhr.