Verschwommen sind man Passanten über die Königstraße in Stuttgart spazieren. | dpa

Corona-Pandemie Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf über 60 an

Stand: 25.08.2021 09:12 Uhr

Mehr als 11.500 Neuinfektionen und 39 Corona-Todesfälle verzeichnete das RKI in den vergangenen 24 Stunden. Trotz der steigenden Fallzahlen fordern FDP und Grüne, die bundesweit geltende "epidemische Lage" zu beenden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt bundesweit weiter an und hat inzwischen die Schwelle von 60 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche überschritten. Das geht aus den aktuellen Fallzahlen des Robert Koch-Institutes (RKI) hervor.

Allein in den vergangenen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter dem Institut 11.561 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus. Am Montag hatte die Zahl der Neuinfektionen bei 5747 gelegen, vor einer Woche hatte das RKI 8324 neue Fälle binnen eines Tages verzeichnet.

Große Unterschiede beim Infektionsgeschehen

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt damit nun bei 61,3 gegenüber 58,0 am Vortag. Am vergangenen Mittwoch hatte der Wert noch 40,8 betragen. Bislang galt die Schwelle von 50 als Grenzwert, ab dem Corona-Maßnahmen eventuell verschärft wurden. Doch die Bundesregierung will künftig stärker von der Inzidenz als Entscheidungsgrundlage für den Umgang mit der Pandemie abrücken und stattdessen eher auf andere Indikatoren wie die Hospitalisierungsrate setzen.

Zwischen den einzelnen Bundesländern gibt es beim aktuellen Infektionsgeschehen allerdings große Unterschiede. In Nordrhein-Westfalen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bereits bei 114,3 - bundesweit der höchste Wert. Es folgen das Saarland mit einem Wert von 71,4 und Hamburg mit 68,2.

Die niedrigste Sieben-Tage-Inzidenz weisen derzeit Sachsen-Anhalt und Thüringen auf - mit Werten von 14,6 und 14,7. Auch Sachsen, einstiger Corona-Hotspot, meldet nun lediglich 16,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern und Woche.

39 Todesopfer binnen eines Tages

Die Zahl der Menschen, die an oder in Verbindung mit einer Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, erhöhte sich dem RKI zufolge in den vergangenen 24 Stunden um 39. Am Dienstag hatte das RKI 42 Todesopfer gemeldet. Damit sind laut Statistik seit dem Ausbruch der Pandemie bundesweit mehr als 92.000 Bürgerinnen und Bürger gestorben, nachdem sie sich nachweislich mit dem Erreger angesteckt hatten.

Die Zahl der Infektionen seit Pandemiebeginn liegt mittlerweile bei fast 3,89 Millionen. Mehr als 3,71 Millionen Menschen in Deutschland gelten nach einer Ansteckung als genesen.

Oppositionsparteien wollen epidemische Lage beenden

Im Bundestag soll noch im Laufe des Tages darüber entscheiden werden, ob die wegen der Pandemie geltende "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" verlängert wird. Die epidemische Lage liefert der Bundesregierung die rechtliche Grundlage für zahlreiche Corona-Bestimmungen, etwa Einreise-Beschränkungen.

Die Grünen und die FDP haben bereits angekündigt, gegen eine Verlängerung stimmen zu wollen. Sie wäre aus ihrer Sicht verfassungswidrig. FDP-Parteivize Wolfgang Kubicki begründete das geplante Veto gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland damit, dass trotz steigender Infektionszahlen keine Überlastung des Gesundheitswesens absehbar sei. Das sei jedoch eine zwingende Voraussetzung, um weiterhin von einer "epidemischen Lage von nationaler Tragweite" sprechen zu können.

Die Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Grünen, Katrin Göring-Eckhardt, verwies auf den Impffortschritt in Deutschland: "Wir brauchen jetzt eine Regelung, die für die neue Situation passt und der Zahl der Geimpften Rechnung trägt, kein Weiter-so." Sie betonte, dass Freiheitseinschränkungen, wie sie einige Corona-Maßnahmen zur Folge haben, durch das Grundgesetz ein enger Rahmen gesetzt werde.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 25. August 2021 um 09:00 Uhr.