Gesundheitsminister Jens Spahn mit einer Corona-Schutzmaske. | EPA

Corona-Pandemie Spahn verteidigt Maskenbeschaffung

Stand: 20.06.2021 19:25 Uhr

Der Bundesrechnungshof ist hart mit der Maskenkauf-Praxis des Gesundheitsministeriums ins Gericht gegangen. Minister Spahn kann dies nicht nachvollziehen. Im Bericht aus Berlin verteidigt er sein "unkonventionelles Tun".

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat das Vorgehen seines Ministeriums in der Corona-Pandemie gegen Kritik des Bundesrechnungshofes verteidigt. In der Krise habe man schnell handeln müssen, betonte er im Bericht aus Berlin.

"Ich hatte die Wahl. Durch Nichtstun sicherstellen, dass der Bundesrechnungshof nichts zu bemängeln hat. Oder durch Tun sicherstellen, dass Pflegekräfte Masken haben - auch durch unkonventionelles Tun. Und ich habe mich für Letzteres entschieden", so Spahn weiter.

Er widersprach auch der Darstellung, Maskenkäufe seien nicht richtig dokumentiert worden. Natürlich sei dies geschehen, wenn auch erst nachträglich. Der Bericht des Bundesrechnungshofes sei hilfreich, um für die nächste Pandemie daraus zu lernen, sagte der CDU-Politiker. Andererseits würden die Maßstäbe des behördlichen Alltags manchmal nicht zur Jahrhundertkrise passen.

Spahn rechnet bereits jetzt mit weiterer Kritik. "Bei den Impfstoffen wird es in einem halben oder in einem Jahr auch heißen: Zu viel bestellt." Aber er kaufe lieber 1000 zu viel als eine zu wenig - dies gelte für Masken und Impfstoffdosen.

Der Rechnungshof hatte eine "massive Überbeschaffung" von Corona-Schutzmasken kritisiert. Dies habe knapp sieben Milliarden Euro gekostet, heißt es in einem Bericht, der NDR, WDR und "SZ" vorliegt.

"Wir können jetzt lockern"

Nach Ansicht Spahns geht es in der derzeitigen Pandemie-Phase auch mit Blick auf die Delta-Variante darum, die richtige Balance zu finden. "Wir können jetzt lockern", sagte er in der ARD-Sendung. Die Stimmung dürfe aber nicht zu Übermut führen. "Also: Zuversicht für den Sommer, aber eben auch Vorsicht vor allem dann auch Richtung Herbst und Winter."

Spahn gegen Reisen zum EM-Finale

Von Reisen zum Finale der Fußball-Europameisterschaft nach London rät er ab. "London ist Virus-Variantengebiet. Jeder Rückkehrer muss zwei Wochen in Quarantäne." Allein diese Maßnahme zeige: Wer nicht unbedingt nach Großbritannien reisen müsse, sollte nicht dort hinfahren.

In der britischen Hauptstadt findet am 11. Juli das EM-Finale statt. Zurzeit ist ein Spiel mit etwa 60.000 Menschen im Stadion geplant, obwohl sich die Delta-Variante des Coronavirus stark ausbreitet. Aus diesem Grund rät auch Kanzleramtschef Helge Braun deutschen Fußball-Fans von einer Reise an die Themse ab.

Über dieses Thema berichtete "Bericht aus Berlin" am 20. Juni 2021 um 18:05 Uhr.

IHRE MEINUNG

KOMMENTARE

Avatar
Moderation 20.06.2021 • 23:49 Uhr

Schließung der Kommentarfunktion

Sehr geehrte User, die Meldung wurde bereits sehr stark diskutiert. Entscheidende neue Aspekte, die einer konstruktiven Diskussion förderlich wären, sind nicht mehr hinzugekommen. Deshalb haben wir beschlossen, die Kommentarfunktion zu schließen. Die Moderation