Ein Helfer der Johanniter hält im Corona Testzentrum am Flughafen Hannover ein Teststäbchen. | dpa

Corona-Krise in Deutschland RKI meldet fast 700 Todesfälle

Stand: 17.12.2020 13:19 Uhr

698 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut gemeldet. Auch die Zahl der Neuinfektionen steigt weiter.

Das Corona-Virus in Deutschland breitet sich weiter mit hoher Dynamik aus. Insgesamt 26.923 Neuinfektionen haben die Gesundheitsämter in Deutschland am Morgen dem Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet. Im Vergleich zur Vorwoche sind das fast 3000 Infizierte mehr.

Das RKI wies allerdings darauf hin, dass aus Baden-Württemberg aus technischen Gründen rund 3500 Fälle zu wenig übermittelt worden seien. Diese kommen rechnerisch zu den 26.923 bestätigten Neuinfektionen hinzu und sollen den Angaben zufolge ab Freitag in den Fallstatistiken veröffentlicht werden.

Die Zahl der täglichen Todesfälle liegt mit 698 auf dem zweithöchsten Wert seit Ausbruch der Pandemie. Angesichts des Anstiegs bei den Neuinfektionen war diese Zunahme an Todesfällen aber erwartet worden.

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt nur leicht

Keine Entwarnung gibt es auch mit Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz, die angibt, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner sich mit dem Corona-Virus infizieren. Diese sank leicht auf 179,2 - liegt damit aber noch weit entfernt von der politisch definierten Zielmarke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. Der Sieben-Tage-R-Wert liegt nach den aktuellen Daten bei 0,98. Das bedeutet, dass derzeit 100 Infizierte 98 weitere Menschen anstecken. Für eine Entspannung der Infektionslage müsste der R-Wert für längere Zeit unter eins liegen.

Seit Mittwoch gelten in Deutschland verschärfte Regeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie: Die Geschäfte sind geschlossen - mit Ausnahme von Supermärkten, Drogeriemärkten und Apotheken. Teilweise ist es anderen Läden aber erlaubt, bestellte Waren zu übergeben. Die Schülerinnen und Schüler lernen in den letzten Tagen vor den Weihnachtsferien digital. In einigen Bundesländern gelten zusätzlich Ausgangsbeschränkungen in den Abendstunden. Vorerst gelten diese Regeln bis zum 10. Januar.

Kritik vom Chef der Kassenärzte

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung, Andreas Gassen, glaubt nicht daran, dass die zusätzlichen Beschränkungen das Infektionsgeschehen ausbremsen können. "Ein Lockdown, egal wie hart, ist keine geeignete Strategie in der Pandemiebekämpfung", sagte Gassen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Stattdessen forderte er, Risikogruppen besser zu schützen, beispielsweise durch ein höheres Angebot im öffentlichen Nahverkehr oder subventionierte Taxifahrten.

Seit Beginn der Pandemie zählt das Robert Koch-Institut 1.406.161 nachgewiesene Infektionen, von denen 1.047.600 als genesen gelten. 24.125 Menschen sind in Verbindung mit einer Corona-Infektion gestorben.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. Dezember 2020 um 09:00 Uhr.

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Moderation 17.12.2020 • 14:45 Uhr

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