Teilnehmer eine Demonstration in Rostock | dpa

In zahlreichen Städten Erneut Proteste gegen Corona-Regeln

Stand: 21.12.2021 02:56 Uhr

Gegner der Corona-Maßnahmen haben erneut in zahlreichen Städten demonstriert. Allein in Rostock nahmen etwa 10.000 Menschen an den Protesten teil. Mancherorts versuchte die Polizei, unerlaubte Versammlungen aufzulösen. Es kam auch zu Gewalt.

In zahlreichen Städten Deutschlands haben sich erneut Gegner der Corona-Politik zu teils unerlaubten Demonstrationen getroffen. In Mecklenburg-Vorpommern nahmen mehr als 17.000 Menschen an Protesten in 20 Städten teil.

Allein in Rostock waren es nach Angaben der Polizei bis zu 10.000 Teilnehmer. Die Polizei machte durch Lautsprecherdurchsagen aufmerksam, dass es eine nicht genehmigte Veranstaltung ist. Es kam zu Rangeleien zwischen Demonstranten und Polizei. Mund-Nasen-Schutz trugen die meisten Teilnehmer nicht. Auf Plakaten stand etwa "Wir sind alle nicht an der Zwangsimpfung interessiert" oder "Corona-Terror. Erst der Maulkorb. Dann die Freiheitsberaubung. Jetzt die Impfpflicht?".

In Schwerin zählte der Demonstrationszug beim Start rund 2500 Teilnehmer. Masken wurden ungeachtet der dringenden Empfehlung durch Behörden und Polizei nicht getragen, die Mindestabstände nur selten eingehalten. Auf Transparenten und in vereinzelten Sprechchören wandten sich die Demonstranten unter anderem gegen eine allgemeine Impfpflicht. Zu Protesten kam es unter anderem auch in Greifswald, Neubrandenburg, Neustrelitz und Waren an der Müritz.

Proteste in mehreren Thüringer Städten

Auch in Thüringen protestierten mehr als 10.000 Menschen gegen die Corona-Regeln, wie der MDR berichtet. Wie ein Sprecher der Polizei in Erfurt sagte, waren die Proteste nicht angemeldet. Die Menschen hätten sich über die sozialen Medien verabredet und seien einfach losgelaufen.

Mit 2000 Menschen sind in Gera die meisten Menschen auf die Straße gegangen. In Altenburg waren es den Angaben zufolge rund 1.600, in Arnstadt und Gotha jeweils 800, in Eisenach und Bad Salzungen jeweils 600 und in Erfurt etwa 350. Proteste gab es unter anderem auch in Ilmenau und Jena.

Unerlaubte Aufzüge in Sachsen

In Sachsen versuchten Gegner der Corona-Politik in zahlreichen Städten erneut, unerlaubte Aufzüge abzuhalten. Nach Angaben der Polizei versammelten sie sich unter anderem in Dresden, Bautzen, Weißwasser, Kamenz und Freiberg zu nicht genehmigten Aufzügen, die als angebliche Spaziergänge deklariert wurden. Mancherorts wie etwa in Chemnitz war die Resonanz nach ersten Informationen der Polizei aber deutlich geringer als in den Vorwochen. In der Landeshauptstadt Dresden gab es erneut einen Autokorso.

In mehreren Städten sei es gelungen, die Aufzüge zu stoppen - etwa in Grimma, Werdau, Torgau und Hoyerswerda. Von zahlreichen Teilnehmern wurden die Personalien aufgenommen. In Chemnitz habe ein Aufzug von bis zu 70 Personen durch starke Polizeipräsenz in Kleingruppen zerstreut werden können, hieß es.

Gegenproteste in einigen Städten

Wegen extrem hoher Infektionszahlen erlaubt die Corona-Verordnung in Sachsen derzeit nur ortsfeste Versammlungen mit maximal zehn Teilnehmern. Gegner der Corona-Politik versuchen seit Wochen, diese Regelungen mit vermeintlichen Spaziergängen zu unterlaufen. Angeheizt werden die Aktionen von der rechtsextremen Gruppe "Freie Sachsen".

In einigen Städten gab es auch kleinere Versammlungen, die ein Zeichen gegen diese Aufzüge setzen wollten. In Freiberg etwa organisierten mehrere Bundestagsabgeordnete eine Kundgebung unter dem Titel "Vernunft statt Angst". Die Stadt gehörte in den vergangenen Wochen mit Hunderten Teilnehmern zu den Brennpunkten der montäglichen Aufzüge.

3000 Teilnehmer in Magdeburg

Auch in Sachsen-Anhalt gingen Tausende Menschen gegen die Corona-Politik auf die Straße. In Magdeburg trafen sich laut Polizei rund 3000 Menschen zu einer nicht angemeldeten Demonstration am Domplatz. Abstände seien eingehalten worden, die Menschen verhielten sich friedlich, sagte eine Polizeisprecherin.

In Halle zogen nach ersten Angaben der Polizei mehrere Hundert Teilnehmer durch die Stadt. In Halberstadt gingen laut Polizei rund 1200 Menschen gegen die Corona-Politik in Deutschland auf die Straße. Die Aktion sei nicht angemeldet worden, sagte die Polizeisprecherin. Im Osten des Landes gingen nach Angaben einer Polizeisprecherin in Wittenberg rund 2400 Menschen auf die Straße, in Bitterfeld etwa 950 Menschen und in Köthen 450 Menschen. Auch in Dessau und Zerbst liefen Protestaktionen.

Polizei: 13 Einsatzkräfte in Mannheim verletzt

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen während einer unangemeldeten Demonstration in Mannheim sind nach Polizeiangaben 13 Einsatzkräfte verletzt worden. Demnach hatten die Protestierenden das Versammlungsverbot ignoriert und Widerstand geleistet, als die Ordnungskräfte ihren Aufzug beenden wollten. Einer der Beamten sei ins Krankenhaus gebracht worden. Wegen der Angriffe seien 13 Personen festgenommen worden, hieß es weiter. Geprüft werde, ob ein Demonstrant einem Haftrichter wegen Körperverletzung vorgeführt werden könne. Weitere 131 Menschen seien wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz angezeigt worden.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Dezember 2021 um 05:30 Uhr.