Karfreitagsgottesdienst im Dom von Münster | Nadja Gawrisewicz/ WDR

Ostergottesdienste und Corona Nur digital geht nicht

Stand: 03.04.2021 20:38 Uhr

Es ist ein Grundrecht, das sich die Kirchen nicht nehmen lassen wollen. Deswegen sind viele Gotteshäuser über Ostern für Messen geöffnet - für deutlich weniger Besucher und unter strengen Hygienevorgaben.

Von Michael Heussen, WDR

Im Paulusdom in Münster stehen unter Berücksichtigung der Abstandsregeln etwa 230 Sitzplätze für Präsenzgottesdienste an Ostern zur Verfügung. Auch im Aachener Dom finden Messen statt, für die man sich vorher anmelden muss. Im Kölner Dom ist die physische Teilnahme mit einer kostenfreien Zugangskarte möglich, die online gebucht werden kann.

Michael Heussen

"Gerade die Ostertage sind der Kern unseres Glaubens und unser christlicher Glaube lebt aus der gemeinsamen Feier von Gottesdiensten. Daraus zehren wir auch im Alltag", begründet Dompropst Guido Assmann, warum die Kölner Katholiken auf jeden Fall gemeinsam die Messe feiern wollen.

"Den Faden nicht abreißen lassen"

Die Gottesdienste seien gerade jetzt an den Kar- und Ostertagen beliebt. Assmann erläutert das Kölner Hygienekonzept: "Bei allen Gottesdiensten tragen alle einen Mund-Nasen-Schutz. Es wird leider nicht gesungen, aber wir haben zum Glück Vorsänger, die diesen Dienst dann übernehmen. Wir haben Abstände im Dom von mindestens zwei Metern. Familien dürfen zusammensitzen."

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Die Abstandsgebote sollen bei den Gottesdiensten eingehalten werden. Bild: Nadja Gawrisewicz/ WDRempty>

Bei allen Prozessionen, die sie sehr reduziert hätten, werde immer dieser Abstand eingehalten, sagt Assmann. "Wir bieten Desinfektionsmittel am Eingang an, halten die Daten der Menschen fest und bitten, sich möglichst vorher anzumelden." All das ermögliche, den Kontakt zu den Gläubigen zu halten, damit "der Faden nicht abreiße", der Kontakt nicht abbreche - insbesondere zu Kindern und Jugendlichen.

Auch Katholiken verteidigen Präsenzgottesdienste


Auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken verteidigt das Abhalten von Präsenzgottesdiensten zu Ostern trotz Corona-Pandemie. "Es fliegen gerade Hunderte Flugzeuge nach Mallorca, in denen Leute dicht nebeneinander sitzen", sagte der Präsident der Laienorganisation, Thomas Sternberg, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Gleichzeitig sind die katholischen und evangelischen Gottesdienste keine Hotspots. Da verstehe ich nicht, warum sie mit strengen Regeln und großen Abständen nicht möglich sein sollen."

Sternberg betonte die Bedeutung des Osterfestes als liturgischen Höhepunkt des Jahres. "Wir reden hier ja nicht über ein Fußballspiel oder ein Volksfest", sagte er. "Es geht darum, warum es diese vier Tage zwischen Gründonnerstag und Ostern gibt." Das Osterfest könne man nicht nur digital oder in der Aufzeichnung stattfinden lassen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, rechnet dagegen angesichts der Sorgen vor Corona-Infektionen mit wenig Zulauf in den Kirchen. "Ich gehe davon aus, dass die Mehrheit der Gläubigen die Ostergottesdienste digital feiern wird und nicht in die Kirchen kommt", sagte Bedford-Strohm den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Erfahrungen aus dem Vorjahr

Schon beim vergangenen Osterfest hätten viele Gemeinden virtuelle Gottesdienst-Formate fast aus dem Nichts heraus geschaffen und damit viel Gutes erlebt, meint der EKD-Chef. Zumindest sei es aber 2021 möglich, in Regionen und Gebäuden, in denen es verantwortbar sei, auch in den Kirchen Gottesdienste zu feiern, wenn auch mit deutlich weniger Menschen.

Die Evangelische Kirche von Westfalen empfiehlt die Feier von Präsenzgottesdiensten nur bis zu einem Inzidenzwert von 100. Viele Gemeinden haben daher kreative Ideen entwickelt, den österlichen Gedanken aus den Kirchen heraus ins Freie zu bringen.

Besonderes Projekt in Dortmund

In Dortmund etwa wurde rund um den Phoenix-See ein ökumenischer Rundgang eingerichtet. Auf orangefarbenen Säulen finden sich QR-Codes, über die die Gläubigen Musik, Texte oder kleine Aufgaben abrufen können, etwa: "Grüß heute zwei Personen, die dir entgegenkommen, mach deine Augen zu und bleib so lange stehen, bis dir etwas einfällt, wofür du Gott heute danken kannst."

Corona Ostergottesdienst

An den Säulen können Interessierte mittels eines QR-Codes Musik, Texte oder kleine Aufgaben abrufen.

Pfarrer Jan Lübking von der evangelischen Kirchengemeinde Dortmund-Hörde hatte die Idee schon für die Weihnachtszeit entwickelt und jetzt mit seinen ehrenamtlichen Helfern thematisch an Ostern angepasst, um "ein bisschen die Perspektive zu weiten, aber auch irgendwie Fröhlichkeit und Leichtigkeit reinzubringen in diese schwere Zeit. Das war ein Anliegen der Jugendlichen."

Mit Informationen von dpa und KNA.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 03. April 2021 um 19:25 Uhr.

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KOMMENTARE

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VictorJara 03.04.2021 • 23:43 Uhr

sysiphos

zahlende Mitglieder. Das ist schon eine Macht ,nur komisch das wir bei so vielen friedvollen Menschen so hohe Militärausgaben haben . Wer die Kirche liebt liebt Jesus . Jesus liebte über alles den Frieden. Wo waren die Christen den Heute ,es gab welche ,auch in Duisburg . Einer der aus der Christlichen Friedensbewegung kommt ist sogar besonders geehrt worden wegen seines besonderen Einsatzes für Frieden und Freiheit . Aber viele waren nicht das aus der Kirche , Naja morgen ist auch noch ein Tag . Frische Luft tut mal gut . Ach ja und da gibt es das C in der CDU. Ob die noch wissen wofür das C steht Ich sagte schon wer Christ ist muss auch gegen Waffen sein , Warum ist die CDU dann für Aufrüstung ? Ich verstehe diesen Widerspruch nicht .