An einem Restaurant stehen zusammengeklappte Stühle.  | dpa

Pandemie in Deutschland Vorsichtige Aussicht auf Lockerung

Stand: 22.02.2021 17:15 Uhr

So allmählich haben wohl alle die Nase voll von der Pandemie. Impfungen und Schnelltests werden zwar mehr, aber das Virus mutiert und bleibt gefährlich. Was also tun? Die Bundesregierung macht etwas Hoffnung auf Lockerungen.

Von Barbara Kostolnik, ARD-Hauptstadtstudio

Die Welt ist Pandemie-müde, und die Deutschen sind es auch. "Die Menschen möchten natürlich, dass der Weg in etwas, was wir als Normalität empfinden, langsam wieder sichtbar wird." So formuliert es Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die Politik muss nun diesen Weg ausleuchten. Nach langen Wochen von Lockdowns und Verzicht steigen Sehnsucht und Ungeduld.

Barbara Kostolnik ARD-Hauptstadtstudio

Regierungssprecher Steffen Seibert verspricht vorsichtige Aussicht auf Lockerung, trotz der befürchteten dritten Corona-Welle: "Man darf nicht vergessen, die erste Öffnungswelle rollt ja derzeit schon - mit Schulen in einer Reihe von Ländern - Kitas, aber auch Gartencentern, Baumärkten usw. Am 1. März kommen dann noch die Friseursalons dazu."

Mehr Selbsttests - vor allem für drei Bereiche

All das bedeutet mehr Mobilität. Und mehr Mobilität bedeutet mehr Kontakte. Das wiederum führt zu mehr Ansteckungen und zu Sorgenfalten bei der Kanzlerin. Die hat sich intern im CDU-Präsidium geäußert und nach Teilnehmerangaben für ein Paket geworben, um vorsichtig Öffnungen möglich zu machen.

Teil dieses Pakets sollen mehr Selbsttests sein. Es soll für die Bereiche "persönliche Kontakte", "Schulen" und auch "Sport, Restaurants und Kultur" gelten. Die Vorsicht hat laut Regierungssprecher Steffen Seibert einen Grund: "Was wir aufmachen, das wollen wir dann auch durchhalten. Lockerungen, die man wieder zurücknehmen muss und auf die Schließungen folgen, das kann niemand wollen. Es ist eine schwierige Aufgabe, der sich Bund und Länder stellen, Maß und Mitte auf diesem Weg zu finden."

 

Die Zahlen sind widersprüchlich. Die Kurve der Neuinfektionen stagniert zwar seit Tagen. Allerdings steigt die Sieben-Tage-Inzidenz weiter an - auf derzeit 61. Auch der R-Wert, der besagt, wie viele ein Infizierter ansteckt, liegt mittlerweile wieder über 1. Und die Mutationen breiten sich aus. "Diese Zunahme lässt vermuten, dass sich das noch fortsetzt, und genau das müssen wir im Kopf haben, wenn wir über die nächsten Schritte nachdenken", so Seibert.

 FDP für "ein Signal der Hoffnung"

Für die FDP wiederum ist klar: Die Menschen brauchen ein Signal der Hoffnung, und auch die Unternehmen brauchen das. Daher sagt FDP-Generalsekretär Volker Wissing: "Die Freien Demokraten begrüßen, dass die Bundeskanzlerin nun einen Stufenplan zu Lockerungen und dem schrittweisen Ausstieg aus dem Lockdown vorlegen möchte."

 

Söder: Millionen Schnelltests für Deutschland - pro Tag

Vor der Konferenz der Länder-Regierungschefinnen und -chefs mit der Kanzlerin am kommenden Mittwoch haben SPD-geführte Länder schon mal einen "Clusterstufenplan" vorgelegt - als Grundlage für die Debatte. Der sieht Öffnungsschritte für bestimmte Inzidenz-Werte vor: Bei einer Inzidenz von 50 und darunter soll etwa Sport mit Abstand wieder erlaubt sein.

Eine entscheidende Rolle spielen Schnelltests. Für die plädiert auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder: "Zu diesen Schnelltests gehört ganz besonders, dass wir Millionen von diesen Schnelltests für Deutschland brauchen. Pro Tag."

Auch die Schnelltests sind Thema der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am kommenden Mittwoch. Es werden harte Verhandlungen werden - Ergebnis völlig offen. Eine Gewissheit kann CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak in diesen unsicheren Zeiten immerhin verkünden: "Das wird nicht die letzte MPK sein, mit Sicherheit nicht."

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 22. Februar 2021 um 16:41 Uhr.