Eine Krankenschwester verteilt Medikamente auf der Covid-19-Intensivstation des Klinikum ·Rechts der Isar· in München. | dpa

Auswirkungen der Pandemie Kliniken in Deutschland geht es schlecht

Stand: 27.12.2021 00:16 Uhr

Trotz staatlicher Hilfen stehen die deutschen Kliniken wirtschaftlich miserabel da. 60 Prozent der Einrichtungen rechnen für 2021 mit Verlusten. Das geht laut einem Medienbericht aus dem jüngsten "Krankenhaus-Barometer" hervor.

Den Krankenhäusern in Deutschland geht es offenbar so schlecht wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das geht aus dem "Krankenhaus-Barometer" des Deutschen Krankenhausinstituts hervor, das dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. Danach rechnen 60 Prozent der Kliniken für das ablaufende Jahr mit wirtschaftlichen Verlusten. Gegenüber dem Vorjahr dürfte sich der Anteil der Einrichtungen, die rote Zahlen schreiben, verdoppeln, so die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG).

Aktuell stufen der Umfrage zufolge lediglich elf Prozent der Krankenhäuser ihre wirtschaftliche Situation als gut ein. Für 2022 erwarten 22 Prozent der Kliniken eine wirtschaftliche Verbesserung. Ein maßgeblicher Grund für die wirtschaftlichen Probleme sei die geringere Auslastung der Kliniken durch die Pandemie.

Belegung und Behandlungszahlen gesunken

Jedes zweite Krankenhaus beklagt der Erhebung zufolge eine geringere Belegung als im Vorjahr. So seien planbare Operationen abgesagt worden, um Behandlungskapazitäten für Corona-Erkrankte freizuhalten. Zudem seien die Behandlungszahlen insgesamt gesunken, weil Patienten aus Sorge vor einer Ansteckung nicht zum Arzt oder in die Klinik gingen.

DKG-Chef Gerald Gaß lobte vor diesem Hintergrund den Beschluss der Ampelkoalition, die Freihaltepauschalen bis März 2022 zu verlängern. Problematisch sei aber, dass die psychiatrischen Kliniken weiter außen vor blieben.

Nicht genügend Pflegekräfte

Zugespitzt hat sich der Umfrage zufolge auch die Personalsituation in der Pflege. Vier von fünf Krankenhäusern haben demnach Probleme, offene Pflegestellen auf ihren Allgemein- und Intensivstationen zu besetzen. Bundesweit sind rund 22.300 Pflegestellen vakant. Seit 2016 entspricht dies laut DKG einer Verdreifachung der offenen Stellen.

Jedes zweite Krankenhaus erwartet laut der Umfrage für die kommenden drei Jahre eine Verschlechterung der Personallage in der Pflege. Pflegepersonalmangel sei "das drängendste Problem der Gesundheitspolitik", sagte Gaß. Es müsse nach ganz oben auf die politische Tagesordnung.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Dezember 2021 um 04:00 Uhr und 06:00 Uhr in den Nachrichten.