Susanne Johna | imago images/Müller-Stauffenber

Marburger Bund Warnung vor Ende der Impfpriorisierung

Stand: 17.05.2021 14:32 Uhr

Einige Bundesländer haben die Impfpriorisierung in Arztpraxen aufgehoben, bald fällt sie in ganz Deutschland. Marburger-Bund-Chefin Johna warnte, dies werde zu Frust führen, da nicht alle Menschen gleichzeitig geimpft werden könnten.

Die Chefin des Ärzteverbandes Marburger Bund, Susanne Johna, hat vor der Aufhebung der Impfpriorisierung in Arztpraxen gewarnt. Dadurch gebe es nicht mehr Impfstoff, "sondern einfach noch mehr Menschen, die um ein knappes Gut konkurrieren", sagte Johna im Deutschlandfunk. Wer besonders drängele, komme dadurch möglicherweise früher zum Zug als Menschen, die besonders geschützt werden müssen. Bereits jetzt fühlten sich viele niedergelassene Ärzte "wie die letzte Mauer" bei der Impfstoffvergabe.

"Das führt doch zu Frustration"

Die Impfpriorisierung habe nicht nur die Menschen vorgezogen, die ein Risiko hatten, schwer zu erkranken - sie habe auch Menschen mit einem geringeren Risiko eine Vorstellung davon gegeben, wann sie drankommen, sagte Johna. "Wenn ich jetzt gleichzeitig allen Menschen die Vorstellung gebe, sie könnten drankommen, gleichzeitig aber das Gut so knapp ist, dass das gar nicht möglich ist, führt das doch zu Frustration."

Priorisierung in Bayern und Baden-Württemberg zu Ende

In Bayern und Baden-Württemberg ist die Priorisierung bei den Impfungen in Arztpraxen seit heute vorbei, Bayern folgt voraussichtlich im Laufe dieser Woche, Sachsen am 24. Mai. Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow kündigte die Aufhebung der Priorisierung in seinem Land an.

Spahn: 40 Millionen Impfdosen verabreicht

Die Impfkampagne in Deutschland gewinnt unterdessen weiter an Fahrt. Bis zum Morgen wurden mehr als 40 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter mitteilte. Damit seien 30,7 Millionen oder 37 Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft. Mehr als 9,3 Millionen oder 11,2 Prozent hätten bereits zwei Impfungen bekommen und somit den vollen Schutz.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 17. Mai 2021 um 11:00 Uhr in den Nachrichten.