In einer Schale liegen Spritzen mit dem Corona-Impfstoff des Mainzer Pharmaunternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer. | picture alliance/dpa/Orange Coun

Weniger Impfungen bei Hausärzten "Impfturbo ist definitiv abgeflaut"

Stand: 28.08.2021 10:25 Uhr

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt, die Nachfrage nach Corona-Impfungen lässt nach. Das beklagt auch der Hausärzteverband. Weil der Anteil klarer Impfbefürworter nun weniger sei, steige zudem der Beratungsbedarf bei den Patienten.

Die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen nimmt ab. Nach Angaben des Hausärzteverbandes ist das Interesse deutlich niedriger als noch in der ersten Hälfte des Jahres. "Der Impfturbo, den wir im Frühjahr und bis zum Juli hinein erlebt hatten, ist definitiv abgeflaut", sagte Bundesvorstandsmitglied Armin Beck den Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland.

"Während einzelne Kolleginnen und Kollegen uns zuvor noch von 300 oder sogar 500 Anfragen wöchentlich berichteten, erhalten viele mittlerweile nur noch zögerliche 30 oder weniger", sagte Beck.

"Viel Überzeugungsarbeit zu leisten"

"Hinzu kommt, dass die Beratung bei vielen Patientinnen und Patienten deutlich aufwändiger geworden ist, da natürlich der Anteil der klaren Impfbefürworter unter den Ungeimpften mit Voranschreiten der Impfkampagne stark abgenommen hat." Bisher nicht geimpften Patienten diese näherzubringen, nehme viel Zeit in Anspruch, so der Mediziner, der auch Vorsitzender des Hausärzteverbands Hessen ist. Hier sei "viel Überzeugungsarbeit zu leisten".

60,1 Prozent der Menschen in Deutschland sind laut Zahlen von heute vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Knapp 65 Prozent (54 Millionen) sind demnach einmal geimpft.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 72,1

Die vierte Welle nimmt unterdessen weiter Fahrt auf. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg erneut an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt sie bei 72,1 - am Vortag hatte der Wert 70,3 betragen, vor einer Woche 51,6. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10.303 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 8092 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 22 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 17 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.924.131 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.723.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.118.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. August 2021 um 12:03 Uhr.