Spezialkräfte der Polizei sind in einem Hotel in Düsseldorf im Einsatz.

Ausspähung von Gülen-Anhängern Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

Stand: 01.10.2021 11:15 Uhr

Bei einem Großeinsatz war ein 40-Jähriger in Düsseldorf festgenommen worden - jetzt ermittelt die Bundesanwaltschaft. Er soll für den türkischen Geheimdienst Anhänger der sogenannten Gülen-Bewegung ausspioniert haben.

Gegen einen vor zwei Wochen in einem Düsseldorfer Hotel festgenommenen Türken ermittelt nun die Bundesanwaltschaft. Es lägen "zureichende tatsächliche Anhaltspunkte" dafür vor, dass der Mann für den türkischen Geheimdienst Informationen über Anhänger der sogenannten Gülen-Bewegung im Raum Köln gesammelt habe, teilte eine Sprecherin der Karlsruher Behörde der Nachrichtenagentur dpa mit.

Der Mann war am 17. September in einem Großeinsatz festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Bisher hatte die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft in dem Fall ermittelt - wegen des Verdachts der Verabredung zu einem Verbrechen.

Vorwurf: Agententätigkeit gegen Gülen-Bewegung

Die Ermittler werfen dem 40-Jährigen geheimdienstliche Agententätigkeit vor. Außerdem soll er 200 Schuss scharfe Patronenmunition besessen haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatten Einsatzkräfte Schriftstücke entdeckt, die auf eine Gefährdung bestimmter Personen hätten schließen lassen. Die Betroffenen seien von der Polizei kontaktiert und gewarnt worden. Zu möglichen Anschlagsplänen, die zeitweise ebenfalls im Raum gestanden hatten, teilte die Bundesanwaltschaft nichts mit.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan wirft der Gülen-Bewegung vor, für einen Putschversuch 2016 verantwortlich zu sein. Der islamische Geistliche Fethullah Gülen, nach dem die Bewegung benannt wird, bestreitet dies vehement.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. September 2021 um 18:40 Uhr.