Eine Krankenpflegerin bereitet den Impfstoff von Biontech/Pfizer gegen Covid-19 vor.  | dpa

Pandemie in Deutschland Mehr als 20 Prozent gegen Corona geimpft

Stand: 20.04.2021 11:45 Uhr

Lange lief die Kampagne schleppend, mittlerweile sind mehr als 20 Prozent der Deutschen mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft. Neben den Hausärzten sollen ab Juni auch die Betriebsärzte mit einsteigen.

20,2 Prozent der Bevölkerung sind Meldedaten zufolge mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom 20. April hervor (Stand: 8.00 Uhr). Demnach wurden etwa 16,8 Millionen Menschen ein Mal geimpft. Innerhalb eines Tages wurden 381.095 weitere Impfungen verabreicht.

Dabei gibt es Unterschiede zwischen den Ländern: Zehn der 16 Bundesländer haben bereits die 20-Prozent-Marke bei den Erstimpfungen erreicht. Schlusslicht ist derzeit Hessen mit 18,3 Prozent. Die Impfkampagne in Deutschland hatte Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft.

Betriebsärzte sollen im Juni einsteigen

Neben Zehntausenden Hausarztpraxen sollen ab Juni auch Betriebsärzte in die Corona-Impfungen eingebunden werden. Die Impfkampagne gewinne im zweiten Quartal deutlich an Geschwindigkeit, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gestern mit Blick auf Lieferzusagen der Hersteller BioNTech und Moderna. Dazu kämen Dosen von AstraZeneca und Johnson & Johnson.

Arztpraxen und Länder erhielten so mehr Planungssicherheit für Mai und Juni. "Und das ermöglicht uns, bereits im Juni auch die Betriebsärzte in die Impfkampagne zu integrieren."

55.000 Praxen an Impfungen beteiligt

Neben den regionalen Impfzentren der Länder impfen seit kurz nach Ostern auch Hausärzte mit. Sie haben zu einem deutlichen Anstieg der Impfungen beigetragen. In dieser Woche beteiligen sich nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung 55.000 niedergelassene Ärztinnen und Ärzte an Impfungen - rund 20.000 mehr als beim Start.

Die Praxen sollen im Mai wöchentlich jeweils 1,58 Millionen BioNTech-Dosen bekommen. Das geht aus einer neuen Übersicht des Ministeriums hervor. Im Juni können die Praxen und Betriebsärzte jeweils mit mehr als 3,3 Millionen Dosen pro Woche rechnen. In der letzten April-Woche sollen die Praxen knapp 2,1 Millionen Dosen von BioNTech erhalten. Daneben sind für die Impfzentren 1,9 Millionen Dosen von BioNTech, AstraZeneca und Moderna vorgesehen.

Wie das Gesundheitsministerium erläuterte, kommt es für eine Woche zu Änderungen bei der Art des Impfstoffes für die Praxen: Es sei dann nicht genug vom AstraZeneca-Präparat vorhanden, was aber durch Extra-Lieferungen von BioNTech überkompensiert werde. Daher würden in jener Woche Arztpraxen ausschließlich mit BioNTech beliefert.

Insgesamt will BioNTech laut Ministerium im zweiten Quartal 50,3 Millionen Dosen liefern und damit zehn Millionen mehr als zunächst angekündigt. Von Moderna werden demnach 6,4 Millionen Dosen erwartet.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 19. April 2021 um 19:00 Uhr sowie am 20. April 2021 um 12:30 Uhr in den Nachrichten.