Zwei Gäste eines Bäckereicafés am Brandenburger Tor trinken zusammen Kaffee. | Bildquelle: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/Shuttersto

Lockerungen in weiteren Ländern Wo Restaurants wieder offen sind

Stand: 15.05.2020 17:24 Uhr

Seit gestern dürfen Gastronomen in fünf weiteren Bundesländern wieder Gäste empfangen - andernorts können Bürger noch immer nicht im Café und Restaurant sitzen: Die Corona-Auflagen unterscheiden sich stark. Ein Überblick.

Für Tausende Gastronomen in fünf Bundesländern ist die Corona-Zwangspause gestern zu Ende gegangen: Erstmals seit Mitte März durften in Berlin, Brandenburg, Hessen, Sachsen und Thüringen die Wirte wieder ihre Cafés, Bars und Restaurants für Gäste öffnen. Vollbesetzte Tische bleiben vorerst aber weiterhin aus: Viele Betriebe können die Abstandsregeln nur durch weniger Tische einhalten. Außerdem gelten Sicherheitsauflagen, die allerdings in jedem Land anders ausfallen.

Ein Kellner mit Plastikvisier bedient Gäste im Leipziger "Brauhaus an der Thomaskirche". | Bildquelle: dpa
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Ein Kellner mit Plastikvisier bedient Gäste im Leipziger "Brauhaus an der Thomaskirche".

In Bayern sind die Biergärten und freien Schankflächen ab Montag wieder geöffnet, müssen allerdings spätestens um 20.00 Uhr schließen. An einem Tisch dürfen Personen aus zwei Haushalten beisammensitzen, ansonsten gilt der Mindestabstand von 1,5 Metern. Das Personal muss Mundschutz tragen, die Gäste nicht - auch eine Reservierung ist nicht zwingend vorgeschrieben. Alle Gäste werden allerdings vom Personal platziert und ihre Personalien aufgenommen - so können bei einem Ansteckungsfall Infektionsketten nachverfolgt werden.

Vom 25. Mai an dürfen dann die Innenbereiche von Gaststätten wieder bis 22.00 Uhr Gäste bewirten. Auch der Deutsche Alpenverein will seine Hütten für Bergsteiger und Wanderer wieder öffnen - abhängig von der Größe des Außenbereichs und dem Wetter. Beherbergungsbetriebe wie Hotels und Jugendherbergen müssen sich noch bis Pfingsten gedulden. Die Öffnung von Hotels bis zum 30. Mai wird angestrebt, ist aber noch nicht beschlossen.

Baden-Württemberg erlaubt seit Montag den Außer-Haus-Verkauf von Speisen und Getränken sowie Kantinen für Betriebsangehörige. Zu "geschäftlichen, dienstlichen oder, in besonderen Härtefällen, zu privaten Zwecken" ist auch eine Beherbergung in Hotels und Hostels erlaubt. Ferienwohnungen können schon ab kommenden Montag wieder aufgesucht werden.

Ihre Räume für Gäste öffnen dürfen Gaststätten erst kommenden Montag wieder - neben den Hygiene- und Abstandsbeschränkungen gilt die Aufnahme der Personalien und die Vorgabe, nach Möglichkeit bargeldlos zu zahlen und die Kommunikation der Beschäftigten mit den Gästen auf ein notwendiges Mindestmaß zu beschränken.

In Berlin und Brandenburg konnten Hungrige heute erstmals die bestellten Speisen und Getränke nicht nur mitnehmen, sondern auch vor Ort verzehren - allerdings nur, wenn in dem Gastbetrieb mehr als eine Speise angeboten wird. Bäckereien und Cafés, die nur Tiefkühlware aufwärmen, dürfen keine Gäste an Tischen bewirten.

Kneipen und Bars bleiben weiterhin geschlossen. Ferienwohnungen in Brandenburg dürfen seit heute Gäste aufnehmen, Hotels ab 25. Mai - so lange werden sich die Berliner Beherbergungsbetriebe alle noch gedulden müssen.

Regelmäßiges Lüften in MV Pflicht

In Bremen öffneten Restaurants und Hotels heute für Gäste. Beschränkungen der Öffnungszeiten gibt es nicht. Zwischen den Tischen in müssen zwei Meter Platz sein, Angestellte und Gäste 1,5 Meter Abstand von einander halten. Büffets und Selbstbedienung sind nicht erlaubt. Restaurant-Besucher dürfen nicht an der Bar stehen, sondern müssen auf ihren Plätzen sitzen. 

In Hamburg sind Gaststätten, Hotels und Ferienwohnungen schon seit Mittwoch wieder für den Gästeverkehr geöffnet. Für Mitarbeiter mit unmittelbarem Gästekontakt gilt eine Maskenpflicht, häufig berührte Oberflächen wie Türgriffe oder Tischflächen müssen mehrmals täglich gereinigt werden.

Eine Reservierungspflicht gibt es ebensowenig wie eine Beschränkung der Öffnungszeiten.

Seit heute können in Hessen Mensen, Kantinen, Restaurants, Eiscafés und andere Speiselokale öffnen - Diskotheken und Tanzlokale bleiben zu. Sie dürfen lediglich einen Gast pro fünf Quadratmeter Fläche empfangen und keine Gegenstände zur gemeinsamen Nutzung wie Salzstreuer oder Pfeffermühlen bereitstellen.

Hotels dürfen Gäste berherbergen, müssen allerdings die gemeinschaftlichen Sauna- und Schwimmbadanlagen geschlossen halten.

In Mecklenburg-Vorpommern ist der Gaststättenbesuch schon seit vergangenen Samstag erlaubt - dort dürfen maximal sechs Gäste an einem Tisch sitzen, von denen einer seine Kontaktdaten hinterlassen muss. Es besteht eine Reservierungspflicht, Mitarbeiter müssen eine Maske tragen.

Hotels und Ferienwohnungen dürfen ab Montag für Einwohner des Bundeslands öffnen, für alle anderen gilt noch bis zum 25. Mai ein Einreiseverbot. Außerdem ist die Tagesauslastung auf 60 Prozent der Kapazität begrenzt, Räume mit Publikumsverkehr müssen regelmäßig gelüftet werden.

Saarländer müssen sich bis Montag gedulden

Niedersachsen setzt auf die Halbierung der Auslastung: Restaurants dürfen seit Montag maximal die Hälfte ihrer Sitzplatzkapazitäten wieder zur Verfügung stellen, zwischen den Tischen muss zwei Meter Abstand sein. Die Gäste sollen im Voraus reservieren, Speisekarten und Gewürzständer, die durch viele Hände gehen, sind auf den Tischen nicht erlaubt.

Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und Bootsliegeplätze dürfen nur zu 50 Prozent belegt werden. Ferienwohnungen dürfen schon seit Montag wieder vermietet werden, Unterkünfte dürfen allerdings erst nach sieben Tagen neu belegt werden. Vom 25. Mai an sollen auch Hotels bei halber Auslastung wieder Gäste unterbringen dürfen.

Tagestrips auf die ostfriesischen Inseln sind möglich, wenn die jeweiligen Kommunen oder Landkreise sie gestatten.

In Nordrhein-Westfalen dürfen Gaststätten, Cafés, Imbisse, Kantinen und Kneipen schon seit Montag wieder öffnen, Bars hingegen müssen weiterhin geschlossen bleiben. An den Tischen dürfen laut Verordnung Personen aus zwei Haushalten oder "Verwandte in gerader Linie" sitzen. Alle Räumlichkeiten müssen belüftet werden.

Die Beherbergung für touristische Zwecke ist erst von Montag an wieder gestattet. Ferienwohnungen dürfen bereits wieder genutzt werden.

Gaststättenbesucher in Rheinland-Pfalz müssen seit Mittwoch ebenso wie das Servicepersonal eine Maske tragen - nur unmittelbar am Sitzplatz darf sie abgelegt werden. Auf Sitzen an Theken dürfen keine Gäste Platz nehmen. Zwischen 22 Uhr und sechs Uhr ist Sperrstunde.

Hotels und Ferienwohnungen dürfen von kommendem Montag an Gäste beherbergen. Die Nutzung von Wohnwagen und Wohnmobilen, die dauerhaft auf Campingplätzen abgestellt sind, ist bereits zulässig.

Im Saarland müssen sich sowohl Gastronomen als auch Hotelbetreiber noch bis Montag gedulden.

Schleswig-Holstein beschränkt Alkoholkonsum

Sachsens Gaststätten und Hotels dürfen seit Freitag wieder Gäste begrüßen. Allerdings sind Barbereiche und Kinderspielecken geschlossen, Speisekarten müssen abwischbar sein. Besteckkörbe für Gäste sind ebensowenig erlaubt wie Selbstbedienungsbereiche.

In Sachsen-Anhalt dürfen Gaststätten mit einer Sondergenehmigung ihres Landkreises am Montag wieder öffnen - alle anderen können am Freitag in einer Woche nachziehen. Angebote in Buffetform sind weiterhin nicht erlaubt.

Ferienwohnungen durften schon heute öffnen, am 22. Mai sollen Hotels folgen - allerdings vorerst nur für Gäste aus dem eigenen Bundesland.

Schleswig-Holsteiner Gastronomie- und Berherbergungsbetriebe durften heute öffnen, sofern sie in einer Verordnung vorgeschriebene Mindeststandards einhalten. Dazu gehört unter anderem eine Infektionsschutz-Schulung der Mitarbeiter, das Bereitstellen von Handwasch- oder Desinfektionsplätzen und eine Steuerung des Gästeverkehrs über Zutrittsbeschränkungen. Ein Mundschutz für Mitarbeiter mit Gästekontakt wird empfohlen, Gäste müssen vor dem Besuch reservieren. Buffets sind der Verordnung nach ebensowenig erlaubt wie "übermäßiger Alkoholkonsum" der Gäste.

In Thüringen dürfen Unterbringungsbetriebe und Gastwirtschaften seit heute Gäste empfangen. Für Tische gibt es keine Abstandsregeln, zwischen Personen gelten weiterhin 1,5 Meter Distanz. Masken sind ebensowenig vorgeschrieben wie Reservierung, allerdings sollen Warteschlangen und Gruppenbildungen vermieden werden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. Mai 2020 um 17:09 Uhr.

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