Geschäftsführender Außenminister

Gabriel sagt Termine ab

Stand: 08.02.2018 18:00 Uhr

Kurz nachdem SPD-Chef Schulz seine Ambitionen aufs Außenministeramt offiziell gemacht hat, hat jetzt Noch-Außenminister Gabriel mehrere Termine abgesagt.

Mitten in der aufkommenden Diskussion um seinen möglichen Nachfolger Martin Schulz (SPD) hat der geschäftsführende Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) mehrere Termine abgesagt.

So ließ er sich kurzfristig bei der Auftaktveranstaltung für die Münchner Sicherheitskonferenz in Berlin von Staatsminister Michael Roth vertreten. Seinen für den 17. Februar geplanten Auftritt bei der Sicherheitskonferenz habe er ebenfalls abgesagt, wie ein Konferenzsprecher der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Zunächst hatte es geheißen, dass dafür Noch-SPD-Parteichef Schulz auftreten solle, der vermutlich Gabriel-Nachfolger wird, sofern es zur GroKo kommt. Doch ein solcher Auftritt wurde inzwischen dementiert.

Gabriel wird voraussichtlich auch bei zwei Außenministertreffen in der kommenden Woche fehlen: Am Dienstag finden im Golfemirat Kuwait Beratungen der Anti-IS-Koalition statt, am Donnerstag ein informelles EU-Außenministertreffen in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. Das Auswärtige Amt bestätigte, dass Gabriel zu beiden Terminen nicht anreisen werde.

Das Auswärtige Amt bestätigte, dass Gabriel zu beiden Terminen nicht anreisen werde.

Gabriel will Außenminister bleiben

In Kuwait wird Gabriel voraussichtlich von einem hohem Beamten vertreten, in Sofia möglicherweise wieder von Staatsminister Roth.

Schulz hatte gestern seinen Rücktritt als Parteichef verkündet und gleichzeitig seine Pläne dargelegt, ins Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu wechseln, wenn die Mitglieder der SPD bis zum 2. März grünes Licht für die Große Koalition geben.

Gabriel wird in diesem Fall ungefähr noch einen Monat geschäftsführender Außenminister sein. Ob seine Terminabsagen mit den aktuellen Entwicklungen um Noch-SPD-Chef Schulz zu tun haben, ist unklar. Gabriel hatte mehrfach erklärt, dass er in einer neuen Großen Koalition gerne Außenminister bleiben würde. Klappt die Regierungsbildung von Union und SPD, wäre er künftig nur noch einfacher Bundestagsabgeordneter.