Die evangelische Theologin Margot Käßmann | Bildquelle: dpa

Nachfolge von Bundespräsident Gauck Käßmann will nicht

Stand: 12.10.2016 15:14 Uhr

Wer wird Nachfolger von Bundespräsident Gauck? SPD-Chef Gabriel erwäge Margot Käßmann, so verschiedene Medien und habe darüber auch bereits mit Linkspartei und Grünen gesprochen. Doch nun stellte Käßmann klar, dass sie für das Amt gar nicht zur Verfügung steht.

Margot Käßmann hat Spekulationen über eine Kandidatur als Nachfolgerin von Bundespräsident Joachim Gauck zurückgewiesen. "Es ehrt mich, dass mein Name im Zusammenhang mit dem höchsten Amt im Staat genannt wird. Allerdings stehe ich für dieses Amt nicht zur Verfügung", erklärte die evangelische Theologin. Weitere Fragen in diesem Zusammenhang wolle sie nicht kommentieren.

Die Funke-Mediengruppe hatte zuvor berichtet, dass SPD-Chef Sigmar Gabriel Käßmann als Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten gewinnen wolle. Die evangelische Theologin habe bisher offen gelassen, ob sie für die mögliche Nachfolge von Gauck zur Verfügung stehe. Gabriel wolle daher in naher Zukunft ein weiteres Gespräch mit ihr führen.

Die SPD wollte diesen Bericht auf Nachfrage von tagesschau.de nicht kommentieren.

Gabriel hatte offenbar bereits die Linkspartei gefragt

Der Parteichef der Linkspartei, Bernd Riexinger, sagte laut dpa und dem "Tagessspiegel", SPD und Linkspartei führten Gespräche über einen gemeinsamen Kandidaten. Dabei habe auch der Name Käßmann eine Rolle gespielt. Man sei aber gegen öffentliche Spekulationen über Käßmann: "Es wäre bedauerlich, wenn in der Großen Koalition taktische Spielereien mit dem Bundespräsidentenamt oder mit Frau Käßmann betrieben würden."

Der "Berliner Zeitung" sagte Riexinger, seine Partei wolle einen Kandidaten, "der weltoffen ist, für soziale Gerechtigkeit und eine friedliche Außenpolitik steht" und fügte hinzu: "Das würde zweifelsfrei auf Frau Käßmann zutreffen."

Mehr zum Thema

Auch für die Grünen sei die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine geeignete Kandidatin, berichteten die Funke-Blätter. Gabriel favorisiert demnach aber immer noch einen gemeinsamen Kandidaten mit CDU und CSU. Gaucks Amtszeit endet im kommenden März. Er will nicht erneut kandidieren.

Käßmann war von 1999 bis 2010 Landesbischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und von 2009 bis 2010 EKD-Ratsvorsitzende. Im Februar 2010 trat sie nach einer Autofahrt unter Alkoholeinfluss von beiden Ämtern zurück. Aktuell wirkt Käßmann als Botschafterin der EKD für das 500. Reformationsjubiläum 2017. Im August hatte sie angekündigt, mit ihrem 60. Geburtstag am 3. Juni 2018 offiziell in den Ruhestand wechseln zu wollen.

Über dieses Thema berichtete der Deutschlandfunk am 12. Oktober 2016 um 18:17 Uhr

Darstellung: