Demonstranten protestieren am 06.07.2017 bei der Demonstration "G20 Welcome to hell" | Bildquelle: dpa

Nach G20-Ausschreitungen Durchsuchungen in drei Bundesländern

Stand: 18.09.2018 08:56 Uhr

Mehr als ein Jahr nach den Krawallen beim G20-Gipfel in Hamburg hat die Polizei erneut Wohnungen mehrerer Verdächtiger in Deutschland durchsucht. In Hamburg wurde ein Mann festgenommen.

Die Polizei durchsucht im Zusammenhang mit den Ausschreitungen beim G20-Gipfel vor mehr als einem Jahr seit den frühen Morgenstunden Objekte in Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Dabei wurde im Hamburger Stadtteil Winterhude ein 35-Jähriger festgenommen, wie eine Polizeisprecherin bestätigte. Was dem Tatverdächtigen vorgeworfen wird, gab die Polizei nicht bekannt.

Im Fokus des Einsatzes stehen Tatverdächtige, die bei der "Welcome to Hell"-Demonstration in Hamburg Straftaten begangen haben sollen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Die Verdächtigen sollen sich an den Ausschreitungen und Plünderungen am 6. und 7. Juli 2017 in Hamburg beteiligt haben. Ihnen wird vorgeworfen, Steine und Flaschen auf Polizisten geworfen, Barrikaden in Brand gesetzt oder einen Supermarkt geplündert zu haben. Es geht um Delikte wie schweren Landfriedensbruch, Widerstand gegen Polizeibeamte und Körperverletzung.

Gewalt im Umfeld des G20-Gipfels (Archiv) | Bildquelle: dpa
galerie

Im Umfeld des G20-Gipfels in Hamburg kam es im Juli vergangenen Jahres zu schweren Ausschreitungen.

Europaweite Fahdung nach Verdächtigen

Die Polizei startete außerdem erstmals eine europaweite öffentliche Fahndung. Die vier Gesuchten - drei Männer und eine Frau - sollen an der Serie von Brandstiftungen an der Elbchaussee beteiligt gewesen sein, bei der damals ein Schaden von rund 1,5 Millionen Euro entstand.

Während des Treffens der Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten im Juli 2017 war Hamburg von schweren Ausschreitungen erschüttert worden. Gipfelgegner griffen Polizisten an, setzten Autos in Brand und plünderten Geschäfte. Teilnehmer der Proteste warfen ihrerseits der Polizei in zahlreichen Fällen Fehlverhalten vor.

In den vergangenen Monaten gab es bereits mehrere vergleichbare Razzien im In- und Ausland. Die nach den G20-Krawallen geschaffene Sonderkommission "Schwarzer Block" der Hamburger Polizei sucht mit erheblichem Aufwand nach Verdächtigen und leitete bereits mehr als 3400 Ermittlungsverfahren ein.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 18. September 2018 um 08:45 Uhr.

Darstellung: