Schild Fahrschule | Bildquelle: dpa

Hohe Durchfaller-Quote Fahrschüler scheitern immer öfter

Stand: 13.02.2019 04:31 Uhr

Führerscheinprüfungen sind stressig. Damit können Fahranfänger offenbar immer schlechter umgehen - die Durchfaller-Quoten sind erneut gestiegen. Experten wollen nun nach Ursachen suchen.

Die Durchfaller-Quote bei Fahrschülern ist 2017 erneut angestiegen. Laut Kraftfahrtbundesamt (KBA) scheiterten 39 Prozent aller Fahranfänger (Pkw) an der Theorie. In der praktischen Prüfung fielen 32 Prozent aller Anwärter durch. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort.

Fachleute vermuten unter anderem eine komplexere Verkehrssituation als Ursache, haben aber noch keine eindeutigen Antworten. "Wir stochern noch etwas im Nebel", sagte Hendrik Pistor, Referatsleiter für junge Kraftfahrer beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Archiv: Fahrschülerinnen mit Fahrlehrer | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Fahrschülerinnen mit Fahrlehrer. Experten wollen nun nach den Ursachen für die nicht bestandenen Prüfungen suchen.

Gründe: Stress, Sprache, Komplexität

Eine mögliche Erklärung sei, dass der Verkehr und auch die Prüfungen mit Video-Fragen heute komplexer seien, als früher, vermutet der geschäftsführende Direktor des Brandenburger Fahrlehrerverbandes, Hendrik Schreiber. Er geht auch davon aus, dass bei manchen Führerscheinanwärtern die Prüfung an mangelnden Deutschkenntnissen scheitern könnte. Zwar gebe es die Möglichkeit, sich in einer von zwölf Fremdsprachen testen zu lassen - doch nicht alle Sprachen würden abgedeckt.

Der ADAC sieht auch den Stress, dem junge Menschen heute ausgesetzt seien, als möglichen Grund für die hohen Durchfallquoten. Eine Sprecherin erklärte, zwischen Abitur, Arbeit und Freizeit könne die Fahrschule manchmal zu kurz kommen.

Forscher der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wollen sich nun mit den Zahlen zu nicht bestandenen Prüfungen auseinandersetzen.

Beste Zahlen in Hessen

Einen Führerschein machen wollen weiterhin viele junge Menschen. 2017 wurden 1,82 Millionen (+6,7 Prozent) theoretische und 1,65 Millionen (+3,3 Prozent) praktische Prüfungen absolviert.

Die besten Ergebnisse in der theoretischen Prüfung erzielten die Fahranfänger in Hessen (Durchfaller-Quote von 31,4 Prozent) vor Schleswig-Holstein (32,2 Prozent) und Niedersachsen (33,9 Prozent). Am schlechtesten in der Theorie schnitten die Prüflinge in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin ab.

Auch in der praktischen Prüfung schlugen sich die Fahranfänger aus Hessen am besten. Am schlechtesten schnitten die Stadtstaaten Hamburg und Bremen ab.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 13. Februar 2019 um 06:00 Uhr.

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