Fridays for Future demo in Berlin | Bildquelle: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/REX

Klimastreik in Aachen "Fridays for Future" wird international

Stand: 21.06.2019 15:11 Uhr

Klimaschutz hört nicht an Ländergrenzen auf, sagt "Fridays for Future". Zum ersten internationalen Klimastreik in Aachen werden Teilnehmer aus 16 Nationen erwartet. Tausende Schüler versammelten sich.

Die Protestbewegung "Fridays for Future" will bei ihrem Klimastreik in Aachen unterstreichen, dass Klimaschutz eine globale Aufgabe ist. Mehrere tausend Schüler beteiligten sich an den Demonstrationszügen Richtung Innenstadt. Ein "Fridays for Future"-Sprecher bezifferte die Teilnehmerzahl auf "weit über Zehntausend".

Internationale "Fridays for Future"-Demonstration in Aachen
tagesschau 16:00 Uhr, 21.06.2019, Antraud Cordes-Strehle, WDR

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Auf Transparenten, in Sprechchören und Reden forderten die Teilnehmer ein schnelles Abschalten der Kohlekraftwerke und andere einschneidende Schritte zur Begrenzung des Klimawandels. An den Protesten beteiligten auch Aktivisten der Umweltorganisation Robin Wood.

Auch der YouTuber Rezo hat nach eigenen Angaben teilgenommen. Der Aachener, der mit seinem YouTube-Video "Die Zerstörung der CDU" Millionen Menschen erreichte, verbreitete bei Instagram mehrere Videosequenzen von der Großdemo. Rezo hatte in seinem berühmt gewordenen Video unter anderem über den Klimawandel gesprochen.

Nach einem Sternmarsch soll es eine Kundgebung vor dem Fußballstadion Aachener Tivoli geben. Demonstration und Kundgebung finden unter dem Motto "Climate Justice without borders - United for a Future" (Klimagerechtigkeit ohne Grenzen - geeint für eine Zukunft) statt.

Blockaden im Braunkohlerevier

Die Aktivisten wollten nach Angaben des Aktionsbündnisses "Ende Gelände" mit Blockaden im Rheinischen Braunkohlerevier beginnen. Im Laufe des Tages würden Tausende vom Protest-Camp in Viersen aufbrechen, hieß es. Die Aktionen würden das ganze Wochenende andauern. Das Bündnis hat offenbar Blockaden am Braunkohletagebau Garzweiler geplant.

Polizeipräsenz in Garzweiler

Die Polizei zeigte schon am frühen Morgen deutliche Präsenz in Garzweiler, gut 20 Kilometer vom Camp der Aktivisten entfernt. "Wir rechnen jetzt jederzeit mit einzelnen Aktionen", sagte Sprecher Andreas Müller in Jüchen. Neben einer Vielzahl von Mannschaftswagen standen auch ein Wasserwerfer und ein Räumwagen der Polizei am Tagebau in Bereitschaft. Der Energiekonzern RWE warnte die Aktivisten vor lebensgefährlichen Risiken auf seinen Betriebsanlagen.

Am Samstag will Fridays For Future ebenfalls am Tagebau Garzweiler für einen früheren Kohleausstieg demonstrieren. Nach Empfehlungen der Kohlekommission ist ein Ausstieg spätestens 2038 geplant.

Klimaziele - nur eine Fußnote bei der EU

Für Ärger unter den Demonstranten dürfte sorgen, dass sich die EU-Staaten am Donnerstagabend in Brüssel nicht auf eine verbindliche Festlegung auf ein neues Klimaziel bis 2050 einigen konnten. Das Datum für den Umbau zur "klimaneutralen" Wirtschaft wurde nach stundenlangen Verhandlungen aus der Gipfelerklärung gestrichen und in eine Fußnote verbannt, wie mehrere Diplomaten bestätigten. Im Text steht nun nur ein Hinweis auf die angestrebte Einhaltung des Pariser Klimaabkommens.

Kohlegegner "Ende Gelände" starten Protestwochenende im Rheinischen Revier
tagesschau 12:00 Uhr, 21.06.2019, Friederike Hofmann, WDR

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 21. Juni 2019 um 11:00 Uhr.

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