Aktivisten von Fridays for Future demonstrieren vor dem Brandenburger Tor in Berlin für mehr Klimaschutz | AFP

Fünf Jahre Paris-Abkommen Aktivisten demonstrieren für mehr Klimaschutz

Stand: 11.12.2020 17:19 Uhr

Vor fünf Jahren hat sich die Welt darauf verständigt, die Erderwärmung wenn möglich auf 1,5 Grad zu begrenzen. Zum Jahrestag des Pariser Abkommens demonstrierten Klimaaktivisten für noch mehr Anstrengungen.

Zum fünfjährigen Bestehen des Pariser Klimaabkommens haben die Aktivisten von Fridays for Future in mehreren deutschen Städten für mehr Klimaschutz demonstriert. In Berlin versammelten sie sich vor dem Brandenburger Tor zu einer Lichteraktion. Dabei formten mehr als 2000 Kerzen den Spruch "Fight for 1 point 5" - damit war das in Paris ausgerufene Ziel gemeint, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen.

Auf dem Hamburger Rathausmarkt wurde eine "Galerie des Scheiterns" mit einem großen, blauen Erdball aufgestellt, in Hannover eine Straße vor dem Umweltministerium blockiert. In Köln hielten Demonstranten ein riesiges Banner von der Deutzer Brücke. "1,2 Grad Erderwärmung sind schon jetzt eine Zumutung", stand darauf.

Hamburg: Aktivisten von Fridays for Future bauen auf dem Hamburger Rathausmarkt eine sogenannte Galerie des Scheiterns auf | dpa

Vor dem Rathaus in Hamburg bauten Aktivisten eine "Galerie des Scheiterns" auf. Bild: dpa

Aktionen weltweit

Aktionen gab es auch in anderen Ländern, sowohl online als auch - je nach Corona-Lage - auf den Straßen - Fridays for Future hatte dazu zu Protesten weltweit aufgerufen. Laut der Klimabewegung waren knapp 2500 Aktionen rund um die Erde geplant.

Am Samstag jährt sich die Einigung der UN-Klimakonferenz in Paris auf das Weltklimaabkommen zum fünften Mal. An dem Tag sollen bei einem eintägigen, virtuellen UN-Gipfel viele Staaten ihre Fortschritte und Pläne im Klimaschutz darstellen.

Kritik an 55-Prozent-Ziel der EU

Fridays for Future Deutschland beklagte, dass fünf Jahre nach der Einigung in Paris klar sei, dass es ein langer Weg sei, bis auf Worten Taten folgten. Ähnlich sieht das auch die führende Aktivistin Greta Thunberg: "Morgen sind es fünf Jahre seit dem Pariser Abkommen. Fünf Jahre der Untätigkeit und des Schaffens von Schlupflöchern. Wir können so nicht weitermachen", schrieb die junge Schwedin auf Twitter.

Erst in der Nacht hatten sich die EU-Mitgliedsstaaten auf ein neues Klimaziel 2030 geeinigt. Beschlossen wurde eine Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen um 55 Prozent gegenüber 1990.

Das neue Klimaziel hatten Thunberg und ihre Mitstreiter - unter ihnen auch die deutsche Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer - schon Anfang Oktober als unzureichend bezeichnet und der EU dabei Schönrechnerei vorgeworfen. Da dieser Wert auf dem Vergleichsjahr 1990 basiere, würden dabei die CO2-Rückgänge der vergangenen 30 Jahre miteingerechnet. Damit sei das Ziel gemessen an den Werten von 2018 in Wirklichkeit eher ein 42-Prozent-Ziel. "Die EU mogelt mit den Zahlen - und klaut unsere Zukunft", schrieben sie.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. Dezember 2020 um 17:00 Uhr.