Eingang des Amtes für den Militärischen Abschirmdienst in Köln

Fall Franco A. MAD-Offizier wegen Geheimnisverrats angeklagt

Stand: 09.11.2018 14:31 Uhr

Der Militärische Abschirmdienst soll die Bundeswehr vor Extremisten schützen. Nun ist ein MAD-Offizier wegen Geheimnisverrats angeklagt - er soll Verdächtige im Umfeld des rechtsextremen Soldaten Franco A. vor Ermittlungen gewarnt haben.

Ein Oberstleutnant des Militärischen Abschirmdienstes (MAD) ist wegen Geheimnisverrats angeklagt. Das Verfahren werde vor dem Amtsgericht Köln geführt, wie Gerichtssprecher Wolfgang Schorn erklärte.

Dem Offizier werde vorgeworfen, Verdächtige aus dem Umfeld des rechtsextremen Bundeswehrsoldaten Franco A. vor bevorstehenden Ermittlungsmaßnahmen des Generalbundesanwalts im September 2017 gewarnt zu haben, sagte der Gerichtssprecher.

MAD prüft Bundeswehr-Bewerber

Der Verdächtige sei beim Militärnachrichtendienst Ansprechpartner für das Bundeskriminalamt (BKA) und den Generalbundesanwalt gewesen.

Der MAD soll die Bundeswehr eigentlich vor Extremisten schützen. So wird seit dem 1. Juli 2017 jeder Bundeswehr-Bewerber vom Militärischen Abschirmdienst überprüft.

Keine Anklage vor Staatsschutzsenat

Der Fall Franco A. hatte erhebliche Wellen geschlagen. Der Oberleutnant soll Anschläge vorbereitet haben. Um Flüchtlinge dafür beschuldigen zu lassen, hatte er sich als Syrer ausgegeben und einen Asylantrag gestellt.

A. soll sich Waffen, Munition und Sprengkörper beschafft haben - teils aus Beständen der Bundeswehr. Nach Ansicht des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main ist es aber "nicht überwiegend wahrscheinlich", dass der Soldat bereits fest entschlossen war, einen Anschlag zu begehen. Man sehe keinen hinreichenden Verdacht, dass er eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet habe, erklärte das Oberlandesgericht. Statt vor dem Staatsschutzsenat des Gerichts wird Franco A. nun der Prozess vor dem Landgericht Darmstadt gemacht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. November 2018 um 19:00 Uhr.

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