Die grüne Spitzenkandidatin Göring-Eckardt im Gespräch mit Tina Hassel.

"Frag selbst" mit Katrin Göring-Eckardt "Ich habe gar kein Auto"

Stand: 02.07.2017 21:23 Uhr

Waffenexporte, Ehe für Alle und Klimaschutz: Bei Frag selbst gab es durchaus harte politische Fragen. Doch auch Persönliches erzählte Grünen-Spitzenkandidatin Göring-Eckardt - zum Beispiel von E-Bikes, Berufswünschen und Notlügen.

Von Sandra Stalinski, tagesschau.de

"Warum soll ich grün wählen? Können Sie mir das erklären?" Die Frage der Fragen ereilte Katrin Göring-Eckardt gleich zu Beginn der Sendung. Nicht erst seit ihre Umfragewerte in den Keller gerutscht sind, müssen die Grünen sich den Vorwurf machen lassen, niemand wisse mehr, wofür sie eigentlich stehen.

Eine willkommene Gelegenheit für die Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin der Grünen noch mal wichtige Punkte ihres Wahlprogramms darzustellen: "Es wird in diesem September um eine Richtungsentscheidung gehen, sagt sie bei der Fragerunde der neuen Reihe "Frag selbst". Daran entscheide sich, ob der Klimaschutz eine entscheidende Rolle in der künftigen Regierung spielen werde, ob es eine andere Landwirtschaft geben werde oder ob wir "weitermachen mit Tierquälerei auf der einen und Pestiziden auf der anderen Seite".

"Frag selbst" mit Grünen-Spitzenkandidatin Göring-Eckardt
02.07.2017

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

"Keine Waffen in Krisengebiete"

Im Anschluss an das ARD-Sommerinterview stellte Göring-Eckardt sich den Fragen der Zuschauer bei "Frag selbst". Kein Format, um sich entspannt zurückzulehnen, denn die Schlagzahl der Fragen und Antworten war hoch. Doch "KGE", wie Katrin Göring-Eckardt bei den Grünen auch genannt wird, nahm es gelassen.

Harte politische Fragen interessierten nicht nur im Sommerinterview, sondern auch im Netz. Wo die grüne Friedenspolitik geblieben sei, wollte eine Userin wissen. Die Grünen hätten sich früher klar gegen Waffenexporte ausgesprochen und Kriege missbilligt. "Das tun wir nach wie vor. Ich finde es ein schlechtes Ergebnis der Großen Koalition, dass weiterhin Waffen in Krisengebiete exportiert werden", antwortet Göring-Eckardt. "Eine solche Art von Waffenexporten ist nicht mehr möglich, wenn die Grünen mitregieren."

tagesschau @tagesschau
Der erste Gast bei "Frag selbst": Katrin Göring-Eckardt stellte sich Ihren Fragen. Mal zur Politik, mal zum Privatleben. https://t.co/JjxCoIypAA

Kein Auto, aber ein E-Bike

"Bla bla", wie ein User zwischendurch kritisch anmerkte, war es nicht, was Göring-Eckardt bei "Frag selbst" von sich gab. Wenn sie auch bei einigen Antworten die bereits zigmal formulierten Positionen wiederholte, erfuhr man dennoch auch viel über die grüne Spitzenkandidatin persönlich: Dass sie kein Auto mehr hat, sich nur manchmal eins leiht. Dass sie gerade gute Erfahrungen mit einem geliehenen E-Bike mache. Und dass sie, wenn sie nochmal eine Berufsausbildung wählen müsste, gerne Lehrerin werden würde. Sie gibt sogar zu, dass sie auch mal lügt, wenn auch selten und dann nur Notlügen, weil sie das nicht gut könne und sofort rot werde.

Sie gesteht auch, dass sie keineswegs eine Heilige sei, beispielsweise was ihre Klimabilanz betrifft: "Ich esse auch mal Fleisch und ich fahre viel zu viel in der Gegend herum und fliege sogar, auch innerhalb Deutschlands. Ich zahle dann zwar an den Klimafonds, das ist so eine Art Ablasshandel, aber ich würde niemals behaupten, dass ich mich in allem richtig verhalte."

Auch ihre Haltung zur gerade im Hau-Ruck-Verfahren vom Bundestag beschlossenen Ehe für Alle interessierte viele Zuschauer. Ob sie dabei keine Gefahr für Familien mit Kindern sehe oder für die Gesellschaft überhaupt, wollte ein User wissen. "Wenn Schwule und Lesben sagen, sie wollen eine Ehe eingehen, dann stärkt das ja diese Institution. Deswegen habe ich immer die Konservativen nicht verstanden. Vor allem stellen wir doch die Kinder gleich, die in solchen Familien groß werden", kontert Göring-Eckardt.

"Manchmal macht mir das viel aus"

Sehr persönlich wurde es nochmal als die Grünenpolitikerin von ihrem Umgang mit Hasskommentaren erzählte. Sie habe Hassmails einmal laut vorgelesen in eine Kamera. "Und ich hab erst in dem Moment gemerkt, wie schlimm das eigentlich ist, wenn man es nämlich selbst ausspricht." Diese Erfahrung habe ihr zwar geholfen, aber: "Ich gebe zu, manchmal macht es mir viel aus, manchmal sitze ich abends da und bevor ich ins Bett gehe, gucke ich nochmal, was so los ist. Und manchmal denke ich, sollte ich das nicht machen, sondern einfach schlafen gehen."

Doch am Ende zeigt sie sich wieder kämpferisch. Eine Geste, die ihre Politik beschreibt? "KGE" zeigt eine erhobene Faust.

"Frag selbst" - die Termine

  • Katrin Göring-Eckardt (Grüne): 2. Juli
  • Sahra Wagenknecht (Die Linke): 13. Juli
  • Peter Altmaier (CDU): 16. Juli
  • Frauke Petry (AfD): 13. August
  • Horst Seehofer (CSU): 20. August, 13.45 Uhr
  • Martin Schulz (SPD); 27. August
  • Christian Lindner (FDP): 30. August

Über dieses Thema berichtete der Bericht aus Berlin am 02. Juli 2017 um 18:30 Uhr.

Darstellung: