Touristen steigen in ein Flugzeug der Flugesellschaft TUIfly

Gesetz zum Pauschalurlaub Reisen ohne Reue

Stand: 09.06.2020 21:02 Uhr

Wer künftig pauschal ins Ausland reist, soll im Notfall nichts zu befürchten haben. Die Bundesregierung will Reiseveranstalter gesetzlich verpflichten, bei Firmenpleiten sämtliche Kosten zu tragen.

Deutsche Reiseveranstalter sollen nach einem Plan der Bundesregierung künftig haften, wenn Urlauber wegen einer Insolvenz im Ausland stranden. Wie der "Tagesspiegel" berichtet, soll die Branche dafür einen Fonds gründen, in den alle Anbieter von Pauschalreisen verpflichtend einbezahlen müssen.

"Umfassender Schutz"

Das Geld soll nach dem Entwurf aus dem Bundesjustizministerium sowohl für den Rücktransport gestrandeter Urlauber als auch für die Rückerstattung von Vorkassezahlungen aufkommen. Die Beteiligung an dem Fonds solle künftig Voraussetzung dafür sein, Pauschalreisen anbieten zu dürfen.

Verbraucherschutzministerin Christine Lambrecht sagte, das bestehende System der Kundengeldabsicherung garantiere nicht die vollständige Absicherung "wie von der EU-Pauschalreiserichtlinie vorgesehen." Mit Hilfe des Fonds werde ein "umfassender Schutz der Reisenden sichergestellt".

Lehre aus Cook-Pleite

Wie das Blatt weiter schreibt, begrüßte der Deutsche Reiseverband (DRV) das Eckpunkte-Papier zwar grundsätzlich. DRV-Präsident Norbert Fiebig warnte aber, dass der stark mittelständisch geprägte Markt der Reiseveranstalter überfordert werden könnte. Nötig sei deshalb "ein maßvoller Übergang vom alten ins neue System".

Mit der Reform reagiert die Bundesregierung auf die Insolvenz des Reisekonzerns Thomas Cook im September 2019. Damals hatte die Versicherung den Reisenden nur einen Bruchteil der Kosten ersetzt. Denn anders als es die entsprechende EU-Richtlinie vorsieht, hatte es der Gesetzgeber erlaubt, dass der Versicherer eines Reisekonzerns seine Haftung auf 110 Millionen Euro begrenzt.

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