Flugzeug fliegt am Himmel | Bildquelle: picture alliance / dpa

EuGH zu Flugverspätungen Gebuchte Airline muss zahlen

Stand: 04.07.2018 12:05 Uhr

Man bucht einen Flug bei einer Fluggesellschaft, durchgeführt wird er aber von einer anderen. Wer zahlt die Entschädigung, wenn der Flug stundenlange Verspätung hat? Das hat der EuGH nun entschieden.

Reisende bekommen bei stundenlanger Verspätung ihre Entschädigung von der Airline, bei der sie ihren Flug gebucht haben - auch wenn der Flieger samt Besatzung zu einer anderen Gesellschaft gehört. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH).

Die finanzielle Verantwortung bei Annullierung oder langer Verspätung trage die Gesellschaft, die einen Flug ansetzt, erklärten die Richter. Das vermietende Unternehmen ist demnach nicht zu einer Entschädigungszahlung verpflichtet.

Entschädigung bei mehr als drei Stunden Verspätung

Im zu entscheidenden Fall buchten Fluggäste bei TUIfly einen Flug von Hamburg nach Cancún in Mexiko. Dafür mietete das Unternehmen bei Thomson Airways Flugzeug und Besatzung - auf dem Flugticket stand "ausgeführt von Thomson Airways". Da der Flug mehr als drei Stunden Verspätung hatte, verlangten Passagiere von Thomson Airways eine Entschädigung nach der EU-Fluggastrechteverordnung. Das Unternehmen wies die Forderungen zurück, da TUIFly die operationelle Verantwortung gehabt habe.

Das Landgericht Hamburg wollte vom EuGH wissen, welche Airline in einem solchen Fall als "ausführendes Luftfahrtunternehmen" im Sinne der EU-Regeln gilt und somit die Entschädigung zahlen muss. Diese steht Passagieren nach EU-Recht zu, wenn ein Flug annulliert wird oder sich um mehr als drei Stunden verspätet. Die Entschädigung zahlen müsste im konkreten Fall also TUIfly. Entscheiden muss dies nun das Landgericht Hamburg.

Aktenzeichen: C-523/17

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 04. Juli 2018 um 11:30 Uhr und 12:30 Uhr in der Wirtschaft.

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