Passanten vor einem Gebäude des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge | dpa

Zahlen im ersten Halbjahr Deutschland nimmt 47.400 Flüchtlinge auf

Stand: 30.08.2021 08:03 Uhr

Im ersten Halbjahr hat Deutschland 47.400 Flüchtlinge aufgenommen. Das geht aus einer Anfrage der Linkspartei an die Bundesregierung hervor. Gleichzeitig reisten mehr als 11.000 Menschen aus oder wurden abgeschoben.

Deutschland hat im ersten Halbjahr dieses Jahres 47.400 Flüchtlinge aufgenommen. Demgegenüber wurden 7360 Menschen abgeschoben, 4374 reisten freiwillig aus, weil ihr Asylantrag abgelehnt worden war. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegt.

Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD wird ein "Korridor für die jährliche Zuwanderung nach Deutschland in Höhe von 180.000 bis 220.000 Personen" beschrieben. Rechnet man die Zahl aus der Antwort der Bundesregierung für das gesamte Jahr 2021 hoch, würden etwa 95.000 Geflüchtete erwartet.

Linkspartei will mehr Flüchtlinge aufnehmen

Das sei weit weniger, als im Koalitionsvertrag festgehalten wurde, sagte Ulla Jelpke, innenpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion im Bundestag. "Angesichts der weltweit gestiegenen Flüchtlingszahlen ist das eine beschämende Nachricht, denn als reiches Land wird Deutschland damit seiner Verantwortung für den Flüchtlingsschutz nicht gerecht", sagte Jelpke.

Selbst wenn Deutschland 50.000 besonders gefährdete Menschen aus Afghanistan aufnehmen würde, würde die von Bundesinnenminister Horst Seehofer "willkürlich gezogene Obergrenze bei weitem" nicht erreicht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. August 2021 um 06:00 Uhr.