Training auf der Fitnessmesse Fibo | Bildquelle: dpa

Fitness-Messe FiBo Bewährte Trends im modernen Look

Stand: 11.04.2018 22:34 Uhr

Die Fitness-Branche boomt, die Wahl des Workouts ist längst auch Statussymbol. Auf der weltweit größten Fitness-Messe FiBo in Köln gibt es Neuheiten zu sehen, die seltsam bekannt wirken.

Von Gudrun Engel, WDR

Crossfit, Yoga, hochintensives Intervall-Training, Triathlon: Mehr als 10 Millionen Deutsche sind in Fitness-Studios angemeldet. Es geht um Selbstoptimierung und Gesundheit. Für die einen ist die Motivation die bloße Erhaltung ihrer Fitness, andere wollen jeden Tag ein bisschen schneller, beweglicher, stärker oder definierter werden.

Die Branche boomt und macht jährlich bundesweit mehr als fünf Milliarden Umsatz. Und das Training ist mittlerweile gleichzeitig höchst individuell und dank der digitalen Vernetzung trotzdem maximal sozial geworden. Alt trifft auf neu, Bewährtes wird mit Anglizismen modifiziert.

Bockspringen über Holzpfähle | Bildquelle: picture-alliance / dpa
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Heute trifft man sich zu "Outdoor-Trainings" im Wald. Ähnlichkeiten mit der Trimm-Dich-Bewegung der 1970er-Jahre sind nicht zufällig.

Die Gruppe zählt - Community online und offline

Fitness wird immer mehr wieder zum verbindenden Erlebnis: gemeinsam ächzen, pumpen, gequält werden. Besonders in den Städten formieren sich die Outdoor-Trainings, die Lauftreffs und Bootcamps. Der Community-Faktor wächst und wächst. Und erinnert stark an die Trimm-Dich-Bewegung. Für die Präventionskampagne wurde ab 1970 generationsübergreifend in Parks, Wäldern und Grünanlagen geturnt.

Neu ist allerdings der digital-vernetzte Gedanke: Mit einem Klick auf dem Smartphone kann jeder Sportler sofort mit seinem digitalen Netzwerk verbunden werden. Für Tipps und Tricks, aber vor allem auch zur gegenseitigen Motivation.

Funktionale, spezielle Trainingsgeräte

Gerätetraining mit eintönigen Wiederholungen, alles out. Die Innovationen auf dem Gebiet der Trainingsgeräte heißen Bulgarian Bags und Battle Ropes, Kettlebells, Tubes, Poles und Rolls. Moderne Bezeichnungen, hinter denen sich immer noch Medizinball, Sprungseil und Gewichte verbergen. Immerhin: Die Kleingeräte werden immer kompakter und vielfältiger und man soll sie einfach transportieren können.

Kettlebells | Bildquelle: picture alliance / ZUMAPRESS.com
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Altes Gerät mit neuem Namen: "Kettlebells" nannte man früher schlicht "Kugelhantel" und es gab sie nur einfarbig. Das hat sich deutlich geändert.

Was bleibt: Das Training soll so ganzheitlich sein, weil komplexe Bewegungsabläufe mehrere Muskelgruppen und Gelenke gleichzeitig beanspruchen. Durch die Übungsvielfalt soll das Training abwechslungsreich bleiben.

Nahrungsergänzungen für jede Zielgruppe

Proteinpulver ist salonfähig geworden, Nahrungsergänzungen haben ihr zweifelhaftes Image verloren. Jede erdenkliche Form ist verfügbar: Es gibt Riegel, Pulver, Shakes, Brotaufstrich oder Eis. Zu Arnold Schwarzeneggers Zeiten (das Bo in FiBo steht für Bodybuilding) haben die breitschultrigen Jungs das Pulver mit Vanillegeschmack in großen Eimern nach Hause geschleppt. Heute ist die Mischung auf Milchbasis out. Statt dessen geht der Trend zu Spezialprodukten wie Erbsen- oder Hanfprotein, die passenderweise gleich auch noch vegan sind.

Es gibt Nahrungsergänzungsmittel für jede Ernährungsform: vor, während, nach dem Training. Ob das nur ein cleveres Geschäftsmodell ist oder doch Einfluss auf den Trainingserfolg hat, müssen am Ende die Sportler selbst entscheiden.

Ein Sportler isst während des Lauftrainings einen Power Bar Energieriegel. | Bildquelle: picture alliance / dpa Themendie
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Nahrungsergänzungsmittel sind längst nicht mehr nur für Hochleistungssportler gedacht. Es gibt sie inzwischen als Drink oder Riegel in fast jeder Geschmacksrichtung und natürlich auch vegan.

Digitale Personal Trainer geben Live-Feedback

Per App zu trainieren - oder einen Trainingsplan zu befolgen - ist natürlich nicht neu. Was aber neu ist, ist, dass die Sensoren nicht mehr nur im Armband sitzen, sondern die komplette Sensorik zum Beispiel in der Sohle des Laufschuhs integriert wird. Funktionswäsche, die sowohl Bewegungen misst als auch die Körperfunktionen kontrolliert. Daraus leitet dann wiederum die App live und immer wieder neue weitere Workouts und Trainingseinheiten ab.

Noch kann zwar kein Algorithmus einen gut ausgebildeten Trainer ersetzen - die digitalen Produkte nähern sich dem allerdings immer mehr an.

Sport-App | Bildquelle: obs
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Diverse Apps können das persönliche Training unterstützen - und durch die Vernetzung mit einer Trainings-Gruppe zusätzlich motivieren.

EMS-Training wird kleiner und praktischer

Ganzkörper-Training ohne Bewegung, Muskelaufbau ohne unser Zutun. Ist es tatsächlich Sport, wenn man sich Stromstöße durch den Körper jagen lässt? Für wen der Zweck die Mittel heiligt, ist beim EMS-Training richtig: EMS steht für Elektro-Muskelstimulation. Dabei werden elektrische Impulse für effektiven Muskelaufbau und zur Kräftigung mit niedrigem Zeitaufwand gesetzt.

War die Ausrüstung früher noch unhandlich und sah man nach dem Anziehen der Elektroden-Kleidung aus, wie ein Mitglied von Spezialeinheiten, ist heute EMS-Training im eigenen Wohnzimmer möglich. Und zwar nicht nur mit einem leichten Bauch-Weg-Gürtel aus dem Teleshopping-Kanal, sondern tatsächlich mit Ganzkörper-Stimulation.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. April 2018 um 11:41 Uhr.

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