Fischsterben durch Sauerstoffmangel am Assmannkanal in Hamburg-Wilhelmsburg | Bildquelle: picture alliance / rtn - radio t

Folgen der Hitzewelle Tausende Fische sterben

Stand: 31.07.2018 15:40 Uhr

Die anhaltende Hitze bringt großen Stress für die Umwelt: So sinkt in Gewässern der Sauerstoffgehalt, was für Fische sehr gefährlich ist. Einige Regionen Deutschlands melden bereits Hunderte tote Tiere.

Fische sterben, wenn das Wasser immer wärmer wird. "Spätestens ab 28 Grad ist mit Schädigungen der Gewässerbiologie zu rechnen", sagt Holger Sticht vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Einige Fische in Flüssen suchten sich kühlere Orte zum Laichen und brächten so ihren natürlichen Takt durcheinander. "Problematischer ist die Lage in Stillgewässern und kleineren Fließgewässern", sagt Fischereibiologe Olaf Niepagenkemper. Wenn es wärmer wird, könne das Wasser weniger Sauerstoff aufnehmen.

Tonnenweise toter Fisch in Hamburg

In Hamburg führte die Dauerhitze bereits am Wochenende zu einem dramatischen Fischsterben. Seit Freitagnachmittag wurden zwischen viereinhalb und fünf Tonnen toter Fische gesammelt und in einer Müllverbrennungsanlage entsorgt, wie die Umweltbehörde der Hansestadt mitteilte. Bei der Leitstelle für Umweltschutz seien am Wochenende unzählige Hinweise auf tote Fische in Hamburger Gewässern eingegangen.

Fischsterben durch Sauerstoffmangel am Assmannkanal in Hamburg-Wilhelmsburg | Bildquelle: picture alliance / rtn - radio t
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Fischsterben durch Sauerstoffmangel - hier am Assmannkanal in Hamburg-Wilhelmsburg.

"Eine Besserung ist nicht in Sicht", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Ohne Niederschläge könnten die stehenden Gewässer "kaum durchgespült werden", auch die Elbe liefere nur wenig Wasser. Bei Wassertemperaturen von über 24 Grad verschlechtern sich laut Umweltbehörde mittlerweile auch in der Elbe und der Alster die Bedingungen für Fische.

Auch im niedersächsischen Kreis Aurich wurden nach Angaben des regionalen Fischereiverbandes am Spreewerk Leysiel zentnerweise tote Fische gefunden. Auch im ostfriesischen Fluss Ems sei wegen der Hitze der Sauerstoffgehalt inzwischen gering. Mehr Informationen: ndr.de

Fischsterben in Nordrhein-Westfalen

In einem Teich im Bochumer Stadtpark sind wohl ebenfalls aufgrund der Hitze Hunderte Fische verendet. Feuerwehr und Umweltservice holten die toten Tiere aus dem Wasser. Um den Sauerstoffgehalt in dem Gewässer zu erhöhen, wälzten sie das Gewässer anschließend mit zwei Pumpen um.

Auch im Kreis Warendorf trieben nach Angaben der Feuerwehr einige Hundert Fische tot auf dem Wasser. Auch dort kamen Pumpen zum Einsatz, um ein weiteres Fischsterben zu verhindern. Mehr Informationen: wdr.de

Nächste Fischgeneration in Gefahr

Ein tausendfaches Fischsterben am Rhein ist nach Experteneinschätzung kaum noch abzuwenden. "Ich rechne schon nächste Woche mit der Tragödie", sagte der Geschäftsführer des schweizerischen Fischereiverbandes, Philipp Sicher. Der Rhein habe westlich des Bodensees bereits 25 Grad Wassertemperatur. Bei Karlsruhe wurden laut BUND bereits am Donnerstag im Rhein mehr als 26 Grad gemessen, bei Worms sogar 27,5 Grad.

Für wärmeempfindliche Arten wie Äschen oder einige Forellenarten ist das eigentlich schon zu hoch: "Wenn die Temperaturen weiter steigen, kommen wir um ein Fischsterben nicht herum," sagt Kai Baudis, stellvertretender BUND-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg. Das Hauptproblem bei diesen Temperaturen sei, dass sich der Fischlaich nicht entwickelt und somit die nächste Generation Fische ausfällt.

Der BUND fordert die zuständigen Landesregierungen nun auf, dafür zu sorgen, dass Kraftwerke kein aufgewärmtes Kühlwasser mehr in den Rhein leiten dürfen. Dies sei möglich, weil fast alle Anlagen auch über eigene Kühlmöglichkeiten verfügten. Mehr Informationen: swr.de

Über dieses Thema berichtete am 31. Juli 2018 die tagesschau um 12:00 Uhr und NDR Info um 17:15 Uhr.

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