Polizisten beobachten, wie eine Silvesterrakete gezündet wird.  | Bildquelle: dpa

Silvesterfeuerwerk Warnung vor dem großen Knall

Stand: 29.12.2018 10:56 Uhr

Das Innenministerium hat zu einem maßvollen Umgang mit Silvesterfeuerwerk aufgerufen. Zu einem kompletten Böllerverzicht rät das Umweltbundesamt. Doch weitere Verbote wären aus Sicht der Polizeigewerkschaft kaum zu kontrollieren.

Feinstaubbelastung, Gesundheitsschäden, Unfälle: Der Spaß an Silvester scheint in Deutschland getrübt. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Günter Krings, sagte dem "Tagesspiegel", jeder, der Feuerwerkskörper zünde, sollte dies besonnen und verantwortungsvoll tun und die Gefahren für sich und andere kennen. Auf keinen Fall dürfe ein Feuerwerk in unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen oder großen Menschenansammlungen abgebrannt werden, so Krings.

Die Präsidentin des Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, machte vor allem Umweltaspekte geltend. Wer zu Silvester weniger Feuerwerk benutze oder ganz darauf verzichte, könne dazu beitragen, "die Feinstaubbelastung zu verringern". Sie verwies auf die gesundheitlichen Folgen von Feinstaub. "Die Wirkungen reichen von vorübergehenden Beeinträchtigungen der Atemwege über einen erhöhten Medikamentenbedarf bei Asthmatikern bis zu Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen."

Silvesterraketen explodieren hinter dem Brandenburger Tor in Berlin | Bildquelle: dpa
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In der Silvesternacht steigt die Luftbelastung mit Feinstaub schlagartig an.

Weitere Böllerverbote "personell nicht zu leisten"

Aus Sicht der Gewerkschaft der Polizei (GdP) wäre eine Ausweitung von Silvesterböllerverboten allerdings kaum zu kontrollieren. Die Polizei könne die hierzu notwendigen Kontrollen personell überhaupt nicht leisten, sagte der GdP-Bundesvorsitzende, Oliver Malchow. "Schon jetzt sind Tausende meiner Kolleginnen und Kollegen rund um den Jahreswechsel bundesweit im Einsatz, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen."

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, warnte zudem vor einer Bevormundung der Bürger. "Wir sollten Feuerwerk als Brauchtum respektieren", sagte er der "Passauer Neuen Presse". In Deutschland sei es langjährige Tradition, das neue Jahr mit einem Feuerwerk zu begrüßen. "Die Menschen bringen damit ihre Lebensfreude, aber auch ihre Hoffnung auf ein glückliches neues Jahr zum Ausdruck", sagte er. "Das sollten wir akzeptieren."

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 29. Dezember 2018 um 09:00 Uhr.

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