Ein Mann kontrolliert Fischstäbchen in der Produktion eines Tiefkühlkost-Herstellers. | Bildquelle: dpa

Weniger Zucker und Fett Darf es ein wenig gesünder sein?

Stand: 19.12.2018 04:22 Uhr

Ernährungsministerin Klöckner hat sich mit einzelnen Branchen offenbar auf konkrete Zahlen bei der Reduzierung von Zucker, Salz und Fett in Fertigprodukten geeinigt. Dabei bleibt es aber bei einer Selbstverpflichtung.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner hat nach "Bild"-Informationen mit der Industrie konkrete Zahlen für die Reduzierung von Zucker, Salz und Fett in Fertigprodukten bis 2025 vereinbart. Demnach verpflichtet sich zum Beispiel der Verband der Getreide-, Mühlen- und Stärkewirtschaft, die Zuckermenge in Kinder-Frühstückscerealien um mindestens 20 Prozent zu verringern.

Die Ernährungswirtschaft habe sich erstmalig verpflichtet, Zucker, Salz und Fette in Fertignahrungsmitteln zu reduzieren, und wolle sich in ihren Schritten überprüfen lassen, sagte Klöckner der "Bild"-Zeitung. "Das hat es zuvor noch nicht gegeben."

Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft | Bildquelle: dpa
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Ministerin Klöckner setzt auf eine Selbstverpflichtung der Branche.

"Unterschriebene Selbstverpflichtung"

Demnach handelt es sich bei der Vereinbarung mit Teilbranchen der Ernährungsindustrie um eine von beiden Seiten unterschriebene Selbstverpflichtung. Im kommenden Herbst solle es die erste Erfolgsüberprüfung geben. "Wenn die Wirtschaft nicht mitmacht, werden wir weitere Maßnahmen prüfen", erläuterte Klöckner.

Laut "Bild" verpflichtete sich die Branche der nicht-alkoholischen Erfrischungsgetränke dazu, 15 Prozent Zucker in ihren Getränken zu reduzieren. Der Milchindustrie-Verband habe sich zugesagt, dass für Kinder beworbene Joghurts nicht mehr Zucker als normale Joghurts enthalten dürften, was eine Reduktion von etwa zehn Prozent Zucker bedeute.

Salzgehalt wird reduziert

Das Deutsche Tiefkühlinstitut hat sich dem Bericht zufolge verpflichtet, den Salzgehalt in Pizzen auf durchschnittlich nicht mehr als 1,25 Gramm Salz pro 100 Gramm Pizza zu verringern. Das Bäckerhandwerk habe sich dazu verpflichtet, den Salzgehalt in Broten mit besonders viel Salz zu reduzieren. Dabei solle es aber keinen Grenzwert geben.

Klöckner hatte bereits im November eine "Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz in Fertigprodukten" vorgelegt. Heute soll die Bundesregierung das Thema bei ihrer Kabinettssitzung beraten. Anschließend will Klöckner in einer Pressekonferenz darüber informieren.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 19. Dezember 2018 um 07:00 Uhr.

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