Autos fahren am Neckartor in Stuttgart (Baden-Württemberg) an einer Messtation zur Messung der Luftqualität vorbei. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Europäische Umweltagentur Hunderttausende Todesfälle durch Feinstaub

Stand: 11.10.2017 20:20 Uhr

Zwar geht die Luftverschmutzung leicht zurück, dennoch gibt die Europäische Umweltagentur keine Entwarnung: Denn Feinstaub führt dazu, dass europaweit 400.000 Menschen vorzeitig sterben. In Deutschland lassen sich 66.000 Todesfälle damit in Verbindung bringen.

Wegen Feinstaubs in der Luft sterben nach Darstellung der Europäischen Umweltagentur EEA jährlich rund 400.000 Menschen vorzeitig, 66.000 davon in Deutschland. Zwar wird laut neuer EEA-Studie die Luft in Europa langsam besser. Doch die hohe Konzentration von Schadstoffen habe immer noch erhebliche negative Folgen für die Gesundheit der Europäer.

Feinstaub stammt aus dem Straßenverkehr, aber auch aus der Landwirtschaft, Kraftwerken, Fabriken und Heizungen. Sieben Prozent der EU-Bürger in städtischen Gebieten waren 2015 mehr Feinstaub ausgesetzt, als die EU in ihrem Jahresgrenzwert erlaubt. Nimmt man den strengeren Maßstab der Weltgesundheitsorganisation (WHO), mussten sogar acht von zehn Menschen in der EU zu viel Feinstaub einatmen.

Stickoxide und Ozon schaden Gesundheit

Daneben sind laut EEA Stickoxide und bodennahes Ozon für die menschliche Gesundheit am gefährlichsten. Neun Prozent der Menschen in den Städten der 28 EU-Länder waren - gemessen an den EU-Jahresvorgaben - zu hohen Werten von Stickstoffdioxid (NO2) ausgesetzt. Die hohe Konzentration wird demnach mit jährlich 75.000 vorzeitigen Todesfällen in der EU in Verbindung gebracht.

Zu hohen Ozonwerten waren der EEA zufolge sogar 30 Prozent der Städter in der EU ausgesetzt, was nach Schätzung der Wissenschaftler zu 13.600 vorzeitigen Todesfällen jährlich beitrug. Die vorzeitige Sterblichkeit ist eine statistische Größe, die verlorene Lebensjahre aufgrund vermeidbarer Gesundheitsgefahren berechnet. Die genannten jährlichen Zahlen beziehen sich nach Angaben der EEA auf Rechenmodelle, die Daten des Jahres 2014 zugrunde legen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 11. Oktober 2017 um 20:00 Uhr.

Ihre Meinung - meta.tagesschau.de

Darstellung: