Silvesterfeuerwerk in Frankfurt am Main | Bildquelle: dpa

Nach Silvester-Feuerwerk Feinstaubwerte bleiben vielerorts hoch

Stand: 02.01.2020 16:22 Uhr

Normalerweise geht die Feinstaubbelastung nach dem Silvesterfeuerwerk zügig zurück. In diesem Jahr halten sich die winzigen Teilchen allerdings in einigen Gebieten Deutschlands noch hartnäckig in der Luft. Grund ist das Wetter.

Auch am 2. Januar ist die Feinstaubbelastung durch das Silvesterfeuerwerk in einigen deutschen Regionen recht hoch geblieben. Nach den vorläufigen Daten des Umweltbundesamtes (UBA) wurde der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft vor allem im Ruhrgebiet erneut überschritten.

Am Donnerstagvormittag lagen die Feinstaubwerte in Essen und Dortmund demnach weiter über 100 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft - mehr als doppelt so hoch wie der Tagesgrenzwert. Schlechte Luft gab es auch im Rhein-Main-Gebiet, in Saarbrücken und in einigen bayerischen Städten.

Ganz genau lasse sich das aber erst am Freitag sagen, schränkte eine UBA-Expertin ein. Denn auf den aktuellen UBA-Karten im Internet würden gleitende Tagesmittelwerte angezeigt. Das heißt, dass zunächst alle Werte der vergangenen 24 Stunden eingerechnet würden.

Kaum Bewegung in der Luft

"Üblicherweise normalisieren sich die Werte innerhalb von Stunden oder innerhalb eines Tages", sagte Andreas Matzarakis, Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg.

Allerdings hänge das auch von der allgemeinen Wetterlage ab. Feuerwerke in der Sommerzeit, womöglich an einem windigen Tag, zeigten nicht so lange Wirkung wie etwa in der Silvesternacht und damit in der kalten und häufiger feuchten Jahreszeit. "Liegen Bedingungen vor, die Nebelbildung fördern, kann es bis zu einen Tag dauern, bis die Feinstaubwerte wieder gesunken sind", sagte Matzarakis.

Nach Angaben des UBA ist eine Inversionswetterlage für die anhaltend hohen Werte in diesem Jahr verantwortlich. Dabei seien die oberen Luftschichten wärmer als die unteren. Die Luft durchmische sich kaum und auch Feinstaub sitze wie unter einem Topfdeckel fest. 2015 und 2016 habe es an Silvester ähnliche Wetterlagen gegeben.

Dies erkläre vielleicht auch, warum die Feinstaubwerte in der Silvesternacht in vielen Städten zunächst weiter anstiegen, statt nach dem Ende des mitternächtlichen Feuerwerks wieder herunterzugehen. Der schädliche Dreck durch die Böllerei sei vermutlich immer ähnlich groß. Je nach Wetterlage und Windstärke verteile er sich nur jedes Jahr anders.

Silvesterfeuerwerk über München | Bildquelle: dpa
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Nach Angaben des DWD liegen die Feinstaubwerte nach dem Silvesterfeuerwerk in Städten erfahrungsgemäß etwa um das Zwei- bis Sechsfache über den dort üblichen Werten.

Experten sehen wenig Gefahr

Ernste Gesundheitsgefahren durch Feinstaub allein in der Silvesternacht sieht das UBA dagegen kaum. Verletzungen durch Raketen und Schäden durch Brände wögen im Vergleich dazu vermutlich deutlich schwerer. Insgesamt sei die Feinstaubbelastung in den vergangenen Jahren in Deutschland aber spürbar gesunken. Der Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Tagesmittel werde an vielen Messstellen selten oder gar nicht an mehr als 35 Tagen im Jahr überschritten.

Einen Grund dafür vermutet das UBA in stärkerem Umweltschutz, auch in Osteuropa. Die Silvesternacht koste die meisten städtischen Regionen aber mindestens einen der erlaubten 35 Überschreitungstage für Feinstaub. Bei Feinstaub handelt es sich um kleinste Teilchen. Je nach Größe können diese nicht nur tief in Lunge und Bronchien, sondern auch ins Blut gelangen und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems hervorrufen.

Über dieses Thema berichtete rbb Inforadio am 02. Januar 2020 um 14:00 Uhr.

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