Martin Bangemann | imago images/Sven Simon

Ehemaliger Bundeswirtschaftsminister Martin Bangemann mit 87 Jahren gestorben

Stand: 29.06.2022 18:41 Uhr

Der FDP-Politiker Martin Bangemann ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Seiner Partei stand er sowohl als Landeschef sowie als Vorsitzender auf Bundesebene vor. Unter Helmut Kohl wurde der Jurist Bundeswirtschaftsminister.

Der frühere Bundeswirtschaftsminister und EU-Kommissar Martin Bangemann ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Der FDP-Politiker war über Jahre Angeordneter des Bundestages und Bundesvorsitzender seiner Partei.

Der amtierende FDP-Chef Christian Lindner würdigte Bangemann auf Twitter als "leidenschaftlichen Liberalen" und "großen Europäer". "Wir ehren sein Andenken", schrieb Lindner.

Landeschef, Bundestagsabgeordneter, EU-Politiker

Der 1934 in Sachsen-Anhalt geborene Bangemann trat 1963 in die FDP ein. Bereits 1969 wurde der Rechtswissenschaftler zunächst stellvertretender Vorsitzender, rund fünf Jahre später dann Chef des FDP-Landesverbandes in Baden-Württemberg. Von 1974 bis 1975 war er Generalsekretär der FDP.

Über die Landesliste seiner Partei zog Bangemann 1972 in den Bundestag ein, ein Jahr später wurde er zudem Mitglied des Europäischen Parlaments. Für die Europawahl im Jahr 1979 - der ersten Direktwahl von deutschen Abgeordneten für das europäische Gremium - stellte die FDP Bangemann als Direktkandidaten auf. Für sein Engagement auf EU-Ebene gab er im darauffolgenden Jahr sein Mandat im Bundestag mit Ablauf der Legislaturperiode auf.

Nach der Europawahl stand Bangemann bis 1984 als Vorsitzender der Liberalen und Demokratischen Fraktion im EU-Parlament vor. Da es der FDP bei der folgenden Europawahl nicht mehr gelang, den Sprung über die notwendige Fünf-Prozent-Hürde der Wählerstimmen zu erreichen, schied Bangemann aus dem EU-Parlament aus.

Unter Kohl Chef des Wirtschaftsressorts

Noch 1984 wurde er unter dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl Bundeswirtschaftsminister. Diesen Posten hatte Bangemann bis 1988 inne. Seit 1985 stand er seiner FDP auf Bundesebene als Parteichef vor.

Im Jahr 1989 zog es den früheren Rechtsanwalt wieder auf EU-Ebene: Als EU-Kommissar war er zunächst zuständig für den Binnenmarkt, anschließend für die Bereiche Industriepolitik, Informationstechnik und Telekommunikation.