Bundesfamilienministerin Anne Spiegel bei ihrem Besuch der Impfstraße für Kinder im Impfstützpunkt Rhein-Neckar | dpa

Familienministerin Spiegel plant neue Leistungen für Eltern

Stand: 20.12.2021 08:45 Uhr

Familienministerin Spiegel will frischgebackenen Eltern direkt nach der Geburt eine bezahlte Auszeit ermöglichen. Auch beim Elterngeld sieht sie Reformbedarf.

Bundesfamilienministerin Anne Spiegel hat bezahlten Urlaub für Eltern direkt nach der Geburt eines Kindes angekündigt. "Neu einführen werden wir, dass ein Elternteil - zumeist die Väter - für die ersten zwei Wochen nach der Geburt bei vollem Gehalt bei der Familie bleiben kann", sagte Spiegel der Düsseldorfer "Rheinischen Post". "Bisher hat man dafür oft mühsam Tage zusammengespart."

Ein Baby klammert sich an den Finger seiner Mutter | dpa

FamilienmInisterin Spiegel hat neue Leistungen für Eltern nach der Geburt eines KIndes angekündigt. Bild: dpa

Gleichzeitig wolle sie mehr Elterngeldmonate für Paare ermöglichen, die sich die Elternzeit aufteilen, betone Spiegel: "Wir wollen es stärker unterstützen, wenn Paare die Kinderbetreuung als gleichberechtigte Aufgabe begreifen."

Erleichterungen für pflegende Angehörige

Spiegel kündigte zudem Erleichterungen für pflegende Angehörige an. "Über eine Familienpflegezeit wollen wir außerdem Menschen, die Angehörige pflegen, eine berufliche Auszeit ermöglichen", sagte sie weiter. "Dafür wollen wir eine ähnliche Leistung wie das Elterngeld schaffen", sagte die Grünen-Politikerin.

Zudem kann sich Spiegel vorstellen kann, das Durchhaltevermögen von Kindern in der Corona-Pandemie stärker zu belohnen. "Das Bundesfamilienministerium hat ja bereits ein Corona-Aufholpaket von einer Milliarde Euro geschnürt, damit Kinder wieder mehr Sport, Kultur und Freizeit erleben können", sagte sie ebenfalls in der "Rheinischen Post". "Aber ich bin offen dafür, dass es auch eine weitere Anerkennung für das solidarische Verhalten der Kinder in der Pandemie gibt. Beispielsweise in Form eines Zoogutscheins oder ähnlichem", so die neue Ministerin.

Unverständnis über Debatte um Impfpflicht für Kinder

"Was mich ärgert, sind voreilige Vorstöße für eine Kinderimpfpflicht", sagte Spiegel. Solche Diskussionen dürften "nicht auf dem Rücken der Kinder" geführt werden. "Kinder zeigen viel Verständnis und Solidarität. Sie sind nicht die Treiber der Pandemie", sagte die Bundesfamilienministerin. Was die Krankenhäuser an ihre Kapazitätsgrenzen bringe, seien ungeimpfte Erwachsene. "Daran gibt es nichts herumzudeuten", so die Grünen-Politikerin.

Sie wünschte allen Familien in Deutschland, "dass sie über die Feiertage Gelegenheit zum Durchschnaufen haben werden". Nach diesem kräftezehrenden Jahr sei das wichtig. "Der Weihnachtszauber darf Corona nicht zum Opfer fallen", sagte Spiegel. "Ich appelliere aber an alle Menschen, dass sie die Kontaktbeschränkungen ernst nehmen und im kleinen Kreis feiern. Am besten natürlich geimpft und getestet. Nur so können wir diese Pandemie besiegen und die fünfte Welle abwenden oder klein halten", so der Familienministerin.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 20. Dezember 2021 um 09:00 Uhr.